06.11.2017

Geschäftsanbahnung: Chancen für deutsche KMU im Bereich Kosmetik und Reinigungsmittel in Japan

Japan gehört weltweit zu den fünf größten nationalen Märkten für Körperpflege und Kosmetikprodukte und weist seit Jahren ein konstantes Wachstum auf. Mit einem Wachstumsschub 2016 gehört zudem auch die Wasch- und Reinigungsmittelindustrie zu Japans wichtigsten Geschäftsfeldern. Das Land selbst bietet große Potenziale als Absatzmarkt, aber auch als Zugang zum Asien-Pazifik-Raum. Auf der anderen Seite weist Deutschland den größten Markt für Schönheitspflegemittel in Europa auf; auch auf dem japanischen Markt konnten sich bereits einige deutsche Produkte aus dem Bereich Kosmetik- und Toilettenartikel erfolgreich etablieren, die in Japan von dem guten Ruf der Marke „Made in Germany“, welche mit hervorragender Produktqualität assoziiert wird, profitieren. Vor diesem Hintergrund fand nun im Zeitraum 6. – 10. November im Rahmen des BMWi-Markterschließungsprogramms zur Unterstützung deutscher KMU die erste Geschäftsanbahnungsreise nach Japan zum Thema Kosmetik/Pflege und Waschmittel statt.

Am ersten Tag der Reise begrüßte die AHK Japan die insgesamt elf teilnehmenden KMU (10 Unternehmen aus dem Bereich Kosmetik und ein Reinigungsmittelhersteller) aus Deutschland zu einem institutionellen Japan-Briefing in den eigenen Büroräumlichkeiten. Vertreter der AHK Japan und der Deutschen Botschaft in Tokyo berichteten über die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, und eine Repräsentantin des BMWi legte in einem kurzen Vortrag nochmals das Konzept des Markterschließungsprogrammes dar. Daneben waren auch zwei Gastrednerinnen mit langjähriger Erfahrung in Japan-basierten Kosmetikunternehmen eingeladen, die einige der Besonderheiten des japanischen Kosmetikmarkts erklärten. Neben einem ersten Kennenlernen aller Delegationsteilnehmer konnten auf diese Weise während nicht nur allgemeine Fragen, sondern auch wertvolle Insidertipps zum Zielmarkt Japan gewonnen werden.

Am Folgetag fand ein Symposium unter dem Titel „Cosmetics and Toiletries in Japan: Latest Trends and New Products From Germany“ statt. Nach einer kurzen Begrüßung durch Vertreter der AHK Japan, der deutschen Botschaft in Tokyo und dem BMWi folgte ein Fachvortrag von dem deutschen Industrieverband Körperpflege und Waschmittel e.V. (IKW), der für die anwesenden japanischen Unternehmen eine umfassende Übersicht über den deutschen Kosmetikmarkt und damit einen guten Auftakt für die folgenden elf Unternehmenspräsentationen lieferte. Die daran anschließenden, etwa 15-minütigen Präsentationen der deutschen Unternehmen, konnten die fast sechzig Gäste im Fachpublikum bis zum Schluss durch interessante Produkt- und Unternehmensvorstellungen beeindrucken. Zusätzlich konnten die Teilnehmer ihre Produkte im Konferenzraum ausstellen, was Seiten des Publikums äußerst positiv aufgenommen. Japanische Fachreferenten von der Cosmetic Importers Association of Japan (CIAJ) und  der Japanese Organic Cosmetics Association (JO-CA), die das Symposium durch Anwerbung ihrer Mitglieder bereits im Vorfeld unterstützt hatte, rundeten die Veranstaltung mit weiterführenden Informationen zum japanischen Kosmetikmarkt, bzw. zu organischer und Naturkosmetik in Japan ab. Kleinere und größere Pausen während der Veranstaltung sowie ein anschließendes Networking-Event luden zum weiteren Austausch zwischen japanischer und deutscher Seite ein.

An den beiden Folgetagen hatten die Unternehmen individuell für sie organisierte Gesprächstermine mit japanischen Distributoren und anderen Unternehmensvertretern, um sich über mögliche Kooperationen austauschen zu können. Im Vor-feld war dazu eine umfangreiche Abstimmung zwischen der AHK Japan und den Teilnehmern erfolgt, um entsprechende potenzielle Partner auf dem Zielmarkt identifizieren und passende individuelle Matchings organisieren zu können.

Am letzten Tag der Delegationsreise bot die AHK Japan für die teilnehmenden Unternehmen zusätzlich eine Besichtigungstour zu einigen erst dieses Jahr eröffneten Kosmetikgeschäften mit neuartigem Marketingkonzept in Ginza ein. Die Store Checks und Führungen konnten nochmals veranschaulichen, dass japanische Kunden sehr anspruchsvoll bei Dienst-leistungen und der Auswahl ihrer Produkte für den täglichen Bedarf sind.

Der letzte Programmpunkt auf der Agenda der Delegationsreise führte die Teilnehmer zurück in die Räumlichkeiten der AHK Japan. Eine Abschlussdiskussion bot die Möglichkeit zum Informations-, sowie dem Ideenaustausch für zukünftige Delegationsreisen.

Die Reise, die von den deutschen Unternehmen als äußerst lohnenswert empfunden wurde, diente als Türöffner für den japanischen Markt. Es gilt nun, die geknüpften Kontakte zu nutzen und mit dem geeigneten Partner die nächsten Schritte für eine erfolgreiche Platzierung in Japan zu planen.