Freizeit

Tokyo am Tag

Der Charme von Tokyo liegt in der Vielfalt der Stadt. Die Megalopole besteht aus vielen kleinen Städten, die mit der Zeit zusammengewachsen sind, und dabei ihren individuellen Charakter bewahrt haben. 

Wir stellen Ihnen an dieser Stelle eine Route vor, über die Sie an einem Tag sowohl das traditionelle als auch das moderne Tokyo erkunden können. Alles, was Sie dazu brauchen, ist Neugierde, Ausdauer und eine große Speicherkarte für Ihre Kamera.

Starten Sie am Morgen mit einem Gang über den weltberühmten Fischmarkt Tsukiji (Bahnstation Tsukiji auf der Hibiya-Linie). Je früher Sie dort sind, desto besser. Wenn Sie es nicht vor fünf Uhr zur Thunfischauktion schaffen, dann doch besser noch im Laufe des Vormittags.

Nach ein paar Fotos und leckerem Sashimi (rohem Fisch) zum Frühstück gehen Sie zehn Minuten nach Süden zum Hama Rikyu-Park. Er ist einer der schönsten Landschaftsgärten Tokyos. In seiner Mitte befindet sich auf einer kleinen Insel in einem Teich ein Teehaus, das zum Verweilen einlädt.

Vom Park aus können Sie mit dem Schiff entweder erst noch auf die künstliche Insel Odaiba fahren, und von dort aus den Blick auf Tokyo Bay und die Rainbow Bridge genießen, oder Sie fahren direkt mit dem Wasserbus nach Asakusa. Auf der anderen Flussseite sehen Sie bei der Ankunft den Tokyo Sky Tree, das neue Wahrzeichen Tokyos und mit 634 Metern eines der höchsten Gebäude der Welt.

Das Viertel Asakusa im Norden Tokyos steht in starkem Kontrast zu den modernen Hochhäusern der Hafengegend. Die Häuser sind älter und niedriger, vor allem im Gebiet um den altehrwürdigen Tempel Senso-ji, dem wohl bekanntesten Tempel der Stadt. Dort gehen Sie vom Kaminarimon, einem Tor mit einer großen roten Laterne durch die Nakamisedori. In dieser Einkaufsstraße können Sie zuschauen, wie traditionelle Süßigkeiten hergestellt werden und Kostproben nehmen. Außerdem können Sie dort Ihr Mitbringsel-Shopping erledigen. Am Ende der Straße finden Sie den Eingang zum weitläufigen Gebiet des Senso-ji-Tempels, auf dem auch eine Pagode, kleinere Tempelgebäude, Statuen und ein Shinto-Schrein stehen. Oft finden dort traditionelle Feste statt.

Nach einem Mittagessen in einem der vielen Lokale rund um den Tempel können Sie, wenn Sie sich für Keramik, Küchenutensilien und die für Japan typischen Plastiknachbildungen von Speisen interessieren, einen Abstecher zur Straße Kappabashidori machen, wo Sie viele Fachgeschäfte finden.

Von der nahegelegenen Station Tawaramachi auf der Ginza-Linie geht es danach weiter nach Ueno, wo Sie je nach Zeit und Interesse einen weiteren Park sowie Museen besuchen können. Alternativ fahren Sie direkt weiter nach Shinjuku im Westen der Stadt. Dieser Stadtteil besteht aus zwei Hälften, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Das Vergnügungs- und Rotlichtviertel Kabukicho im Osten und moderne Hochhäuser mit edlen Läden im Süden und Westen.

Verlassen Sie den Bahnhof Shinjuku, den täglich zwei Millionen Menschen nutzen, Richtung Westen. Folgen Sie den Hinweisschildern zum höchsten Rathaus der Welt, das Sie nach etwa 15 Minuten Fußweg erreichen (U-Bahn-Station Tochomae). Im Erdgeschoss finden Sie eine Touristeninformation. Direkt daneben sind Aufzüge, mit denen Sie in den 45. Stock des über 240 Meter hohen Nord- bzw. Süd-Turms fahren können. Von dort aus haben Sie einen wunderbaren Rundumblick über Tokyo, und das kostenlos. Für das gleiche Vergnügen zahlen Sie auf dem 270 Meter hohen Mori-Tower in Roppongi 1.500 Yen. Dort können Sie bei gutem Wetter auch nach draußen gehen (Sky Deck). Je nach Planung und Jahreszeit könnten Sie es gerade so schaffen, dass Sie den Sonnenuntergang über der Stadt sehen, und wenn die Sicht gut ist, den berühmten 3.776 Meter hohen Vulkan Fuji-san, das Wahrzeichen Japans.

Für geschäftliche Abendessen bieten sich gehobene Restaurants in bestimmten Stadtteilen an, zum Beispiel in Ginza (in der Nähe des Ausgangspunkts der Tagestour), Akasaka, Omotesando oder Roppongi. Tokyo hat so viele Restaurants mit Michelin-Sternen wie keine andere Weltmetropole.

Für etwas ungezwungenere Touren sind die Viertel Shibuya, Ebisu und Shinjuku zu empfehlen. Wegen ihres alternativen Flairs beliebt sind die Stadtteile Kichijoji, Koenji, Shimokitazawa, Sangenjaya und Nakameguro im Westen und Südwesten der Stadt. 

Für einen kürzeren Ausflug von zwei bis drei Stunden bis zu einem halben Tag eignet sich der Meiji-Schrein im Yoyogi-Park in Kombination mit Shopping und Fotografieren in Harajuku und Omotesando. Eine Alternative ist der Kaiserpalast in Verbindung mit den Palastgärten und dem Hibiya-Park. Danach geht es zu einem Abstecher ins Edelviertel Ginza zum Shopping oder Kaffeetrinken.

 

Tokyo am Abend


Ob Kultur, Karaoke oder Kulinarisches: In einer Weltstadt wie Tokyo gibt es unzählige Möglichkeiten der Abendgestaltung, für jeden Geldbeutel und Geschmack. In Tokyo gibt es mehr Restaurants als in ganz Frankreich. Ob Darbietungen traditioneller japanischer Kultur oder westlicher Kultur – in der japanischen Hauptstadt finden Sie alles. Künstler aus der ganzen Welt treten hier auf. 

Die Tokyoter Nächte sind lang. Erst gegen Mitternacht machen sich viele Nachtschwärmer dann doch auf den Heimweg, um die letzten Züge zu bekommen. Die besonders Feierfreudigen bleiben bis zu den ersten Zügen um fünf Uhr morgens auf den Beinen.

Theater und klassische Musik

Japanische Kultur wie No-, Kabuki- und Bunraku-Theater zeigt das Japan Arts Council auf verschiedenen Theaterbühnen. Wenn Sie sich für (westliche) Opern, Ballet, modernen Tanz und Theater interessieren, sind Sie im New National Theatre Tokyo oder in der Tokyo Opera City gut aufgehoben. Für klassische Konzerte ist außerdem die Suntory Hall zu empfehlen, wo regelmäßig weltbekannte Symphonieorchester spielen.

Moderne Musik

Zwei der bekanntesten Jazz-Clubs in Tokyo sind das Blue Note und der Cotton Club. Moderne Musik von Elektro über Pop bis hin zu Metal findet in Tokyo ein großes Publikum. Eine Übersicht über die Konzerte bekannterer ausländischer Künstler bieten die englischsprachige Zeitschrift Metropolis, die Zeitung Japan Times, oder der sehr umfassende Tokyo Gig Guide.

Für die Spielarten elektronischer Musik empfehlen sich die Disco-Clubs der Stadt. Einer der größten und besten ist das „Womb“ in Shibuya. Weitere beliebte Clubs sind „Air“ und „Unit“ in Daikanyama, und „Ageha“ in Shin-Kiba. Die bekanntesten Clubs listet ebenfalls Metropolis auf.

Wer lieber selbst zum Mikro greifen möchte, hat in Japan die Möglichkeit aus unzähligen Karaoke-Anbietern zu wählen. Um sicherzugehen, dass es genügend englischsprachige Stücke gibt, empfiehlt es sich zu den großen Ketten zu gehen, wie Karaoke-kanBig Echo und Shidax.

Kino

Die englischsprachige Tageszeitung The Japan Times stellt nicht nur neue Filme vor, sondern listet auch Filme auf, die aktuell in Tokyo laufen. Zu beachten ist bei Kinos in Japan, dass die Filme häufig schon um 19 Uhr anfangen, und dass vielerorts nach 21 Uhr keine Filme mehr laufen.  Eine Kinokarte kostet regulär rund 1.800 Yen, im Vorverkauf bei Discount-Ticketläden zahlen Sie 1.300 Yen. Jeden ersten Tag des Monats zahlen alle Kinobesucher nur 1.000 Yen pro Karte. In vielen Kinos ist am Mittwoch „Ladies Day“, wo die Karte ebenfalls nur 1.000 Yen kostet.

Restaurants & Bars

Ob vor oder nach der Kultur – auf Ihrem Plan sollte genügend Zeit für kulinarische Ausflüge sein. Von der einfachen Schüssel Soba-Nudeln bis hin zum exquisiten Kaiseki-Menü der Spitzenklasse – die Qualität der Speisen in Tokyo und in Japan allgemein ist überdurchschnittlich hoch, in jeder Preisklasse. Der französische Gourmetführer Michelin gab Tokyo in seiner ersten Ausgabe im außereuropäischen bzw. nicht-amerikanischen Ausland 2008 fast doppelt so viele Sterne wie Paris und mehr als dreimal so viele wie New York.

Was Tokyo von Städten in Europa und den USA unterscheidet, ist, dass sich Lokale nicht nur ebenerdig, sondern häufig auch in Keller- oder Obergeschossen befinden. Am schnellsten werden Sie in den oberen Etagen von Edel-Kaufhäusern wie Takashimaya oder Isetan fündig, die von Restaurants verschiedener Preisklassen belegt sind – je weiter oben, desto teurer. Auch in den oberen Stockwerken von Bürogebäuden finden sich häufig sehr gute Lokale, die zudem eine hervorragende Aussicht bieten, wie im „Garden Place“ am Bahnhof Ebisu.

Häufig werden mehrere Gerichte für den Tisch bestellt, die sich die Anwesenden teilen. Dafür werden automatisch kleine Teller vom Personal bereitgestellt. Dies ist besonders beliebt in Izakaya, in japanischen Kneipen. Entsprechend wird auch die Rechnung üblicherweise in gleiche Teile geteilt (Warikan), außer die Rangunterschiede innerhalb der Gruppe sind groß. Wenn Arbeitskollegen ausgehen, übernimmt mitunter der Chef die gesamte Rechnung, teils auf eigene Kosten.

Bei der Wahl des Restaurants können Sie sich entweder an Stadtvierteln orientieren oder Websites wie Gourmet Navigator („Gurunabi“) und die Tokyo Food Page bemühen.