Japanischlernen

 


Japanisch gilt als eine der schwersten Sprachen der Welt. Dies liegt vor allem am komplizierten japanischen Schriftsystem. Dagegen kann man – überraschend – schnell lernen, einfache Gespräche auf Japanisch zu führen. Selbst wenn Sie nur ein paar Monate im Land sind, sollten Sie sich Japanischgrundkenntnisse aneignen. Sie werden Ihren Aufenthalt in vielerlei Hinsicht bereichern. Der Aufwand dafür braucht nicht hoch sein. Nehmen Sie ein einfaches Lehrbuch mit auf jede Zugfahrt und vertreiben Sie sich Wartezeiten mit kleinen Vokabellektionen. Dafür eignen sich Lernkärtchen, die Sie im Buchhandel kaufen können. Außerdem gibt es inzwischen viele Apps fürs Mobiltelefon. Hören Sie zu, wenn die Leute um Sie herum Japanisch sprechen und notieren Sie Wörter, die häufiger vorkommen. Freuen Sie sich an den kleinen Fortschritten, die Sie jeden Tag machen werden.

Einordnung der japanischen Sprache

Laut einer Untersuchung des amerikanischen Auswärtigen Amtes sind für englische Muttersprachler die schwierigsten Sprachen der Welt: Arabisch, Kantonesisch, Mandarin, Koreanisch und Japanisch. Letztere sei die schwierigste der Gruppe. Japanisch weist nur wenige Parallelen zu anderen Sprachen auf. Chinesen haben den Vorteil, dass sich historisch ein Teil der japanischen Schrift aus chinesischen Zeichen zusammensetzt. Allerdings ist häufig die Aussprache völlig anders. Koreaner finden Ähnlichkeiten bei der japanischen Grammatik.

Japanisch zählt zu den „agglutinierenden” Sprachen, das heißt, Bedeutungseinheiten, z.B. Anzahl oder Person, werden durch Affixe ausgedrückt. Dazu gehören auch Finnisch, Ungarisch und Türkisch. Sprechern dieser Sprachen kann es etwas leichter fallen, Japanisch zu lernen.

Erst sprechen, dann lesen und schreiben

Der Aufwand für das mündliche Japanisch ist nur unwesentlich höher als für europäische Sprachen. Schon nach wenigen Stunden Japanischunterricht werden Sie feststellen, dass Sie sehr schnell eine einfache Konversation führen können. Dabei hilft, dass in Japan viele Situationen nach Regeln und einem bestimmten Muster ablaufen, auch sprachlich.

Die Krux am Japanischen ist die Schrift. Diese besteht aus drei Zeichensystemen, die kombiniert werden. Außerdem unterscheiden sich gesprochenes und schriftliches Japanisch stark. Dazu kommen verschiedene Höflichkeitsstufen, Männer und Frauensprache, je nach Region unterschiedliche Dialekte usw.

Zu Ihrem Basis-Japanischlernpaket sollten die jeweils 47 Silben von Hiragana und Katakana gehören, weil Sie damit schon viele Dinge entziffern können, idealerweise ergänzt durch einige der wichtigsten Schriftzeichen (Kanji). Orientierung bei der Auswahl bieten Standardeinstiegswerke, aber auch die Lehrpläne für einschlägige Sprachtests, wie für den Japanese Language Proficiency Test (JLPT). Für den Einstiegslevel N5 benötigen Sie 100 Kanji und 800 Vokabeln. Die Grammatik des Japanischen ist vor allem am Anfang sehr übersichtlich.

Selbststudium und Sprachschule

Wir empfehlen Ihnen zum Einstieg zumindest den Anfängerkurs und ggf. auch den Aufbaukurs Japanisch am Landesspracheninstitut in Bochum („Japonicum“) zu absolvieren. Der Kurs dauert drei Wochen; eine Unterkunft vor Ort kann mitgebucht werden. Weil der Kurs sehr effizient und gleichzeitig unterhaltsam gestaltet ist, sparen Sie sich mit dieser Investition in den ersten Wochen in Japan viel Zeit, da Sie viele Klippen mit dem dort gelernten Basis-Japanisch umschiffen können. Dort lernen und üben Sie die beiden Silbenschriften Hiragana und Katakana, einen Grundwortschatz und die wichtigsten Grammatikregeln. Der Vorteil eines Japanisch-Kurses in Deutschland ist, dass Sie mit Leuten des gleichen Sprachraums Japanisch lernen, die in etwa das gleiche Tempo haben, während Sie in Japan häufig mit Koreanern und Chinesen im gleichen Kurs sitzen, die sich mit der Sprache deutlich leichter tun und das Tempo der Kurse bestimmen.

Die AHK Japan bietet allerdings regelmäßig in ihren Räumen einen mehrwöchigen Sprachkurs in Kooperation mit dem LSI Japonicum an.

Mit dem kleinen Sprachkurs aus JAPANMARKT können Sie sofort loslegen. Die erste Lektion finden Sie gleich hier.

Sprachprüfungen

Um Ihren Lernfortschritt nachweisbar zu dokumentieren, können Sie ein Japanisch-Sprachzertifikat erwerben. Die bekannteste Sprachprüfung ist der Japanese Language Proficiency Test (JLPT), der in fünf Stufen von N5 (niedrigste) bis N1 (höchste) angeboten wird.

N1 bis N3 werden zweimal im Jahr angeboten (im Juli und Dezember), Level N4 und N5 nur einmal im Jahr am ersten Sonntag im Dezember. Im Test werden Vokabeln und Grammatik sowie Text- und Hörverständnis geprüft. Die Antworten werden per Multiple-Choice gegeben. Die größte Herausforderung für Deutsche ist meist die knapp bemessene Bearbeitungszeit, vor allem beim Lese-Teil der Prüfung. Weitere Informationen zu den Bewerbungsmodalitäten finden Sie hier. Der Test wird auch in Deutschland abgehalten (Düsseldorf, Berlin und Stuttgart).

Eine praxisnahe Alternative ist der Business Japanese Proficiency Test (BJT), der zweimal im Jahr, im Juni und November, abgehalten wird. Weitere Informationen zu den Bewerbungsmodalitäten finden Sie hier (Englisch).

Anders als beim JLPT, bei dem die Prüfungsfragen je nach Niveau variiert angeboten werden, nehmen beim BJT alle Prüflinge am gleichen Test teil. Ihr Sprachniveau drückt entsprechend der erzielten Punktzahl aus.

Wahl des Lehrbuches

Wenn Sie vorhaben, vor Ort in Japan eine Sprachschule zu besuchen, warten Sie mit dem Kauf eines Lehrbuchs besser, da viele Schulen eigenes Lehrmaterial anbieten. Möchten Sie mit dem Selbststudium schon vorher beginnen, sollten Sie sich überlegen, zu welchem Zweck Sie die Sprache lernen wollen, also ob Sie sie vor allem sprechen oder lesen können wollen. Entsprechend ändert sich die Methode.

Beliebte Lehrbücher:

·         „Japanisch im Sauseschritt“ bzw. auf Englisch „Japanese For Busy People“, die sowohl in der Romaji- als auch der Kanji-Version erhältlich sind.

·         „Minna no Nihongo“

·         „Nihongo Breakthrough“ von Nihongo Business Solutions

Im hier hinterlegten PDF-Dokument finden Sie eine Auswahl an Sprachschulen in Tokyo mit Kurzbeschreibung. Wenn Sie nicht zur Sprachschule gehen können, fragen Sie nach, ob die Lehrer der Sprachschule zu Ihnen kommen, zum Beispiel zum Einzel- oder Gruppenunterricht in der Firma oder zum Einzelunterricht zuhause. Manche Schulen bieten Kurse per Skype an

Buch-Tipp

Japanisch im Sauseschritt - ideal für einen schnellen Einstieg in die japanische Sprache.

Buch-Tipp

Eine übersichtliche und leicht verständliche Darstellung der japanischen Grammatik liefert Pons - Grammatik kurz & bündig.