Studium in Japan

Hochschulsystem in Japan


Für Japaner ist die Wahl der Universität für den Berufseinstieg mindestens ebenso wichtig wie die Wahl des Studienfachs. Die Universität Tokyo („Todai“) führt seit Jahren die Wunschliste japanischer Studierender an. Unter den privaten Universitäten haben die Waseda- und die Keio-Universität in Tokyo einen sehr guten Ruf. Die Universität Kyoto im Westen sowie die Universität Tohoku im Norden gehören ebenfalls zu den besten Hochschulen Japans.

Seit der Meiji-Restauration 1868 wurden in Japan knapp 1.300 Hochschulen gegründet. Darunter fallen rund 200 staatliche und kommunale Vollzeituniversitäten und rund 600 private Universitäten. Darüber hinaus gibt es technische Fachhochschulen sowie zweijährige Kurzzeithochschulen.

Private Hochschulen sind oft internationaler ausgerichtet als staatliche und verfügen über eine modernere Infrastruktur und Bausubstanz. Ihre Finanzierung erfolgt über höhere Studiengebühren sowie Spenden. Die meisten Japaner studieren vier Jahre bis zum Bachelor-Abschluss (gakushi).

Im Gegensatz zu Europa sind weiterführende Studien zum Master’s Degree (shuushi), vergleichbar mit M.A.- oder Diplom-Abschlüssen in Deutschland, eher die Ausnahme als die Regel. Noch seltener wird ein drei- bis fünfjähriges Promotionsstudium angetreten. Denn Bildungsabschlüsse über den Bachelor hinaus werden von der japanischen Wirtschaft weder erwartet noch geschätzt. Schließlich sind solche Berufseinsteiger älter, müssen aber dennoch das firmeninterne Einführungsprogramm mit jüngeren Berufsanfängern durchlaufen.

Viele Studierende gehen schon im dritten Studienjahr auf Stellensuche. Die Firmen führen spezielle Info-Veranstaltungen für Graduierte durch. So haben viele Studierende schon vor ihrem Abschluss ein Jobangebot in der Tasche.

Fristen & Termine


In Japan beginnt das akademische Jahr (wie auch das Finanzjahr) im April. Manche Universitäten unterteilen es in Semester, andere in Trimester. Ferien sind von Mitte Juli bis Ende August, zwei Wochen um Neujahr sowie sechs Wochen im März und April.

Wahl der Universität & Finanzierung


Beim Finden einer passenden Universität hilft die englischsprachige Datenbank der japanischen Studierendenorganisation JASSO.

Die Gebühren an staatlichen Hochschulen betragen pro Jahr rund 700.000 Yen, ab dem zweiten Jahr sinken sie um 30 Prozent. Bei privaten Hochschulen werden Gebühren zwischen 850.000 und über 4 Millionen Yen im ersten Jahr verlangt, ab dem zweiten Jahr ebenfalls rund 30 Prozent weniger. Wer nur eine begrenzte Zeit in Japan studieren will, findet über das Auslandsamt der Heimatuniversität heraus, ob es Partner-Universitäten in Japan gibt. Bei solchen Abkommen entfallen meist Studiengebühren, und es müssen lediglich Verwaltungsgebühren bezahlt werden.

Es lohnt sich, unabhängig von den eigenen akademischen Leistungen, sich um ein Stipendium für Japan zu bemühen. Sowohl deutsche als auch japanische Organisation vergeben Stipendien für ein Japanstudium. Die bekanntesten Stipendien sind die des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), die „Monbukagakusho“ (kurz „Monbusho“)-Stipendien vom japanischen Staat sowie Stipendien der Japan Society for the Promotion of Science (JSPS).

Zulassungsvoraussetzungen für Ausländer


Wer nur für eine begrenzten Zeitraum an einer japanischen Universität studieren möchte, kann sich als Forschungsstudent (kenkyuusei) bewerben. Das Zulassungsverfahren für Kurzzeitstudierende ist weniger aufwändig als bei Studierenden, die ihren Abschluss an einer japanischen Universität machen möchten. Zwar unterscheiden sich die Zulassungsvoraussetzungen von Hochschule zu Hochschule, doch die meisten fordern das Bestehen der folgenden zwei Prüfungen:

1. Examination for Japanese University Admission for International Students (EJU):Die Prüfung wird jährlich von der Association for International Education Japan (AIEJ) in Osaka und Tokyo durchgeführt.

2. Level N1 des Japanese Language Proficiency Test (JLPT):Dafür sind 2.000 Schriftzeichen (Kanji) und rund 10.000 Vokabeln zu beherrschen. Er wird im Ausland einmal (Dezember), in Japan zweimal pro Jahr (Juli und Dezember) von der Japan Foundation durchgeführt. Zur Vorbereitung werden 900 Stunden angesetzt. Nicht-asiatische Studierende sollten jedoch deutlich mehr Zeit veranschlagen.

Anerkennung von Studienleistungen


Welche Kurse angerechnet werden, entscheidet das jeweilige Prüfungsamt, da es zwischen Deutschland und Japan kein Abkommen zur Anerkennung von Studienleistungen gibt. Studienarbeiten können bzw. müssen zunehmend auf Englisch geschrieben werden.

Visum & Bürgschaften


Um ein Visum mit „College Status“ zu bekommen, müssen Studierende ein „Certificate of Eligibility“, das die Heimatuniversität ausstellt, bei der japanischen Immigrationsbehörde vorlegen. Beim ersten Antrag ist mit einer Bearbeitungszeit von sechs bis acht Wochen zu rechnen. Empfehlungsschreiben, am besten von japanischer Seite, können den Vorgang beschleunigen. Wer nicht von japanischer Seite gefördert wird, muss eine formelle Garantieerklärung eines Bürgen in Japan vorweisen können. Einen japanischen Bürgen benötigt man auch für die Zahlung von Gebühren. Zum Teil übernimmt die Universität die Bürgschaft, bei DAAD-Stipendiaten die Leitung des DAAD in Tokyo.

Mehr Infos & Kontakte


Weiterführende Informationen im Internet:

Die Japan Student Services Organization bietet ausführliche Informationen auf Englisch an, „Student Guide to Japan" (PDF-Dateien in verschiedenen Sprachen).

Informationsangebot des japanischen Außenministeriums:

http://www.studyjapan.go.jp/en/index.html (Englisch)

Kontakt:
Japan Student Services Organization (JASSO)
Allgemeine Informationen rund ums Studium in Japan und Angebot von Vorbereitungskursen

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

Beratung zu Stipendien für Japan und Deutschland

Japan Society for the Promotion of Science (JSPS)

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