Bevölkerung

Bevölkerung

Japan hat eine Bevölkerung von knapp 127 Millionen. Jeder vierte Japaner lebt im Großraum Tokyo, auf den sich alles konzentriert. Tokyo ist eine der größten Städte weltweit. Die genaue Einwohnerzahl hängt von der Definition ab. Als Kerngebiet der „Stadt Tokyo“ werden die 23 Bezirke (auf Englisch: Ward, auf Japanisch: ku) Tokyos verstanden. Dort leben rund neun Millionen Menschen. Zählt man noch den westlichen Teil des Ballungsraums und einige Inseln hinzu, kommt man auf 13 Millionen, die in der „Präfektur Tokyo“ leben. Als „Metropolregion Tokyo“ gilt die Präfektur im Verbund mit den Einwohnern mehrerer umliegender Millionenstädte, Saitama, Chiba, Yokohama und Kawasaki. Mit rund 36  Millionen Einwohnern ist dieser Ballungsraum der größte der Welt.

Demographische Situation


Japan hat eine der niedrigsten Fruchtbarkeitsraten der Welt. Sie beträgt seit den 1990ern rund 1,4 Geburten pro Frau.

Zugleich steigt die Zahl der Senioren rapide an. Über ein Viertel der Bevölkerung ist über 65 Jahre alt (Stand: 2015). Japan überaltert und schrumpft so schnell wie keine andere Industrienation. Die japanischen Senioren zählen im weltweiten Vergleich zu den ältesten. Männer erreichen im Durchschnitt über 80, Frauen über 86 Jahre. (Stand: 2015)

In Japan sterben mittlerweile mehr Menschen als geboren werden. Die Bevölkerung schrumpft. In den nächsten Jahrzehnten könnte sie von 127 auf unter 100 Millionen fallen.

Ausländer in Japan & Minderheiten


Der Ausländeranteil in Japan ist mit rund zwei Prozent im Vergleich zu anderen Industrienationen sehr gering, ist jedoch in den letzten 30, 40 Jahren spürbar angestiegen. Unter den nicht-asiatischen Ausländern stellen US-Amerikaner die größte Gruppe mit mehreren Zehntausend. Die Zahl der in Japan lebenden Deutschen liegt bei einigen Tausend.

Japan spricht von sich selbst als homogenes Land. Der Blick auf verschiedene ethnische Gruppen in Japan widerspricht dieser gängigen Vorstellung. Dazu zählen zum einen Gruppen ausländischer Herkunft, wie die zainichi. Sie sind Nachfahren von Koreanern, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach Japan kamen, als Korea unter japanischer Kolonialherrschaft stand. Einige Hunderttausend der in Japan lebenden Ausländer stammen aus Korea sowie aus China.

Als nikkei-jin werden japanische Auswanderer und deren Nachkommen bezeichnet. Gegen Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts waren Japaner in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Nord- und Südamerika sowie auf die Philippinen ausgewandert. Bis zur dritten Generation wird den Nachkommen die japanische Staatsbürgerschaft zugestanden.

Eine kaum sichtbare Minderheit sind die rund drei Millionen Angehörigen einer Gruppe von Japanern, die aufgrund ihrer Berufe seit Jahrhunderten diskriminiert werden, weil sie mit Fleisch, Blut und Tod in Verbindung stehen. Sie können nur schwer in andere Berufsfelder wechseln oder haben mitunter Probleme, einen Ehepartner außerhalb dieser Gruppe finden.

Eine weitere nationale Minderheit sind die Bewohner der Ryukyu-Inseln, ursprünglich ein eigenständiges Königreich. Gegen den Widerstand der Bewohner wurden die Inseln 1879 zu Okinawa, einer Präfektur Japans erklärt, die einheimische Sprache und Kultur unterdrückt. Das Verhältnis zum Rest von Japan ist gespalten. Dazu trägt der anhaltende Konflikt um die Tatsache bei, dass dort im Rahmen eines Sicherheitsvertrages zwischen Japan und den USA ein Großteil der amerikanischen Militärbasen angesiedelt ist.

Im hohen Norden Japans leben noch einige Zehntausend Ainu, die indigene Bevölkerung von Hokkaido. Auch sie mussten ihre Traditionen und ihre Sprache aufgeben. Die Existenz japanischer Ureinwohner wurde noch bis Mitte der 1980er von der Regierung bestritten. Erst 2008 wurden die Ainu anerkannt und Bemühungen unternommen, ihre Kultur zu retten. Ihre Sprache ist vom Aussterben bedroht, eine Schrift gibt es nicht.