Fakten und Zahlen

Ländername

Japan heißt in der Landessprache Nippon bzw. Nihon. Dieser Name besteht aus den Bestandteilen Ni für Sonne oder Tag und Hon für Ursprung oder Wurzel. Zusammen ergibt sich der Begriff „Land der aufgehenden Sonne“. Dieser kann sowohl Nippon (eher formal) als auch Nihon (eher Alltagssprache) ausgesprochen werden.

Lage und Natur


Japan ist der viertgrößte Inselstaat der Welt. Mit einer Fläche von 378.000 Quadratkilometern ist Japan etwas größer als Deutschland mit rund 357.000 Quadratkilometern und etwas kleiner als Kalifornien mit rund 424.000 Quadratkilometern.

Japan liegt östlich vom asiatischen Festland, etwa auf gleicher Höhe mit Nord- und Südkorea. Weitere Nachbarn sind China, Taiwan und Russland. Neben über 6.500 kleinen Inseln besteht Japan aus vier größeren Hauptinseln: Hokkaido, Honshu, Shikoku und Kyushu. Honshu nimmt 61 Prozent der Gesamtfläche ein. Hokkaido kommt auf 21 Prozent, Kyushu auf 11 Prozent und Shikoku auf 5 Prozent der Fläche.

Die Inselkette liegt im nordöstlichen Pazifik sowie im japanischen, philippinischen und ostchinesischen Meer. Sie erstreckt sich über rund 3.000 Kilometer von Hokkaido im Norden zu den Okinawa-Inseln im Süden. Tokyo liegt auf dem 35. Breitengrad, und damit etwas unter San Francisco (37.) oder Athen (38.).

Knapp drei Viertel von Japan bestehen aus Hügelketten und Gebirgen, zwei Drittel des Landes sind bewaldet. Stadt- und Industriegebiete sowie landwirtschaftliche Nutzflächen drängen sich daher in den wenigen Ebenen und an den Küsten zusammen.

Klima


Japan erstreckt sich über mehrere Klimazonen. Während Hokkaido mit schneereichen Wintern und eher kühlen Sommern subarktisch geprägt ist, herrscht auf den südlichen Okinawa-Inseln subtropisches Klima. Gemäßigte Temperaturen finden sich auf Honshu, Shikoku und Kyushu mit deutlich ausgeprägten Jahreszeiten: Der Frühling beginnt Ende März, Anfang April mit der berühmten Kirschblüte. Daran schließt sich im Juni die etwa vierwöchige Regenzeit an. Juli und August sind häufig sehr heiß mit Temperaturen von über 35 Grad und sehr schwül. Im Sommer und Frühherbst treten in Japan die meisten Taifune auf. Bis in den November sind die Temperaturen recht angenehm, nicht zu heiß, nicht zu kühl. Der japanische Winter ist bei mittleren Temperaturen von 6°C von Kanto bis nach Kyushu in der Regel trocken und sonnig; im Norden von Honshu sowie auf Hokkaido wird es jedoch deutlich kälter, es fallen häufig mehrere Meter Schnee.

Geografie und Naturkatastrophen


Vulkanausbrüche und Erdbeben

Unter Japan treffen vier tektonische Platten der Erdkruste zusammen, davon drei der sieben größten: die Nordamerikanische Platte im Norden, die Eurasische Platte im Westen, die Philippinische Platte im Süden und die Pazifische Platte im Osten. Verschiebungen dieser Platten führen zu Erdbeben und Tsunami.

Japan liegt am „pazifischen Feuerring“, einem Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean an drei Seiten umgibt. Der Großteil der Vulkanausbrüche der Welt findet in dieser Region statt. In Japan gibt es viele schlafende sowie aktive Vulkane. Knapp die Hälfte der rund 110 aktiven Vulkane wird rund um die Uhr überwacht. Steigt die Aktivität des Vulkans an, werden Warnungen an die Anwohner und Besucher ausgesprochen. Manchmal werden die Gegenden vorsorglich evakuiert. Trotzdem starben in den letzten Jahrzehnten immer wieder Menschen infolge von Eruptionen. Hinweise zu aktuellen Warnungen gibt das Wetteramt.

Ein Blick auf die Erdbeben-Website des Japanischen Wettersamts zeigt, dass in Japan täglich die Erde bebt, wenn auch häufig kaum spürbar. Etwa ein Fünftel der Beben der Welt entfallen auf Japan.

Immer wieder kommt es  zu schweren Beben mit Toten und Verletzten, wie das Hanshin-Erdbeben 1995 in Kobe (Stärke 7,3 auf der Richter-Skala, über 6.000 Tote), das Beben in Niigata 2004 (Stärke 6,9, 40 Tote) sowie die Tohoku-Beben vom März 2011 (Stärke 9,0, 18.500 Tote).

Am Jahrestag des Kanto-Erdbebens von 1923 (Stärke 7,9, über 140.000 Tote, über 70 Prozent von Tokyo zerstört) finden am 1. September jedes Jahr Katastrophenschutzübungen statt. Tokyo gilt als besonders gefährdet, da es an drei Verwerfungslinien liegt.

Tsunamigefahr

Japan hat eine Küstenlänge von rund 30.000 Kilometern. Da es sich vielerorts um eine Tiefseesteilküste handelt, ist Japan durch Tsunami besonders gefährdet. Diese Wasserwände werden meist von Erd- und Seebeben ausgelöst, seltener durch Erdrutsche ins Meer. Das Wort Tsunami bedeutet Hafenwelle von tsu für Hafen und nami für Welle. Ein Tsunami ist auf offener See kaum sicht- und spürbar. Erst in Küstennähe türmen sich die Wasserwände auf. 

In Japan sind im vergangenen Jahrtausend über 160.000 Menschen durch Tsunami umgekommen. Vor den Küsten sind vielerorts Messbojen im Rahmen eines Frühwarnsystems installiert. Je nach vorausgesagter Höhe wird die Bevölkerung zur Vorsicht gemahnt oder zur Flucht auf höher gelegene Gebiete aufgerufen. An vielen Häfen gibt es schwere Schutztore, die automatisch geschlossen werden können. Die Küsten säumen Schutzmauern vor dem Hafen und an der Küste sowie große Betonklötze, die als Wellenbrecher dienen. Droht nach einem Erdbeben ein Tsunami, ist das japanische Wetteramt verpflichtet, innerhalb weniger Minuten nach dem Beben eine Tsunamiwarnung herauszugeben. Diese kann später korrigiert werden.