Recht


Judikative


War Japan seit dem siebten Jahrhundert vom chinesischen Recht geprägt, orientierte sich das Land mit seiner Öffnung in der sogenannten Meiji-Ära (1868-1912) neu. Es griff Elemente des französischen und des deutschen Bürgerlichen Gesetzbuches auf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Japan zunehmend von den USA beeinflusst. Das heutige Rechtssystem ist daher eine Mischung aus Einflüssen aus Europa und den USA, ergänzt durch spezielle japanische Vorschriften.

Das japanische Justizsystem besteht aus mehreren Instanzen. Die obersten Richter werden in Japan vom Kaiser auf Vorschlag des Parlaments ernannt. Sie haben das Recht, Urteile unterer Instanzen zu revidieren und endgültige Urteile zu fällen. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in Japan keine separaten Verwaltungs- oder Arbeitsgerichte.

 2004 verabschiedete das Parlament ein Gesetz, nach dem Bürger bei schweren Verbrechen als Laien-Juroren eingesetzt werden dürfen. Diese werden nach einem Zufallsprinzip aus dem Bürgerregister nach bestimmten Bedingungen ausgewählt. Das System trat 2009 in Kraft.

Rechtsverständnis

 
Bevor Japaner einen Fall vor Gericht bringen, versuchen sie häufig eine Einigung per Mediation zu erzielen. Dahinter steckt nicht zuletzt die Tatsache, dass sich in Japan Gerichtsverfahren extrem lange hinziehen können: von zwei Jahren bei Standard-Arbeitsrechtsfällen bis hin zu mehreren Jahrzehnten bei komplizierteren Fällen, wie der Entschädigung nach Umweltskandalen.

 Kriminalität


Japan ist eines der sichersten Länder der Welt. Ob man dort das Laptop und den Hausschlüssel in der U-Bahn liegen lässt oder die Handtasche im Restaurant am Platz stehen lässt, um auf die Toilette zu gehen – in Japan kein Grund zur Sorge. Ausnahmen sind Schirme (Verwechslungsgefahr!) und Fahrräder bzw. Fahrradzubehör. 

Japan hat eine insgesamt sehr niedrige Verbrechensrate im Vergleich zu anderen Industrieländern. Raub und Einbrüche sind selten, Schwerverbrechen wie Entführungen und Mord erst recht. Eines der größten Probleme im Alltag sind sexuelle Belästigungen, etwa durch unsittliche Berührungen und Fotos im zur Rush Hour überfüllten öffentlichen Nahverkehrssystem. In Japan sind mehrere Mafia-Verbände aktiv. Die Yakuza, deren Vertreter der Polizei häufig genau bekannt sind, kontrollieren das Glücksspiel, den Menschenhandel und den Drogenverkehr. Sie setzen außerdem auf Schutzgelderpressungen von Restaurantbetreibern.