Sport und Feste

Sport

Traditionssport

Viele der Kampsportarten, die in der ganzen Welt bekannt sind, haben  ihren Ursprung in Japan, darunter Jiu Jitsu, Judo, Kendo, Karate und Aikido. 

Sumo ist der traditionelle japanische Ringkampf, der in verschiedenen Gewichtsklassen durchgeführt wird. Ausländer sind zugelassen. seit einigen Jahren zählen einige Ausländer zu den erfolgreichsten Ringern, die es bis zum höchsten Rang des „Yokozuna“ (Großmeister) gebracht haben. 

Mannschaftssport

Baseball ist für Japaner, was für Deutsche der Fußball ist. Es gibt mehrere Profi-Ligen und verschiedene landesweit durchgeführte Schulmeisterschaften. Einige der bekanntesten Teams sind die Yokohama Bay Stars,die  Hanshin Tigers, die Softbank Hawkes, die Seibu Lions oder die Yomiuri Giants.

Aber auch Fußball hat in Japan an Beliebtheit gewonnen, nicht zuletzt durch die gemeinsam mit Korea ausgetragene Fußball-WM 2002. Fußball wird in Japan in der J-League sowie der Japan Football League gespielt. Bekannte Teams sind die Kashima Antlers und die Urawa Reds. Privat spielen viele Japaner nicht Fußball, sondern eine Variante davon, die sich Futsal nennt und in Sporthallen gespielt wird.

Individualsport

Die beliebteste Individualsportart in Japan ist Golf, ob auf dem Golfplatz oder auf der Driving Range, wo der Abschlag geübt wird. Im Winter gehen Japaner gerne Skifahren und Snowboarden. Im Sommer ist Tauchen sehr beliebt. Aufgrund der relativ milden Temperaturen eignet sich Japan ganzjährig für Wandertouren.

Feste

Traditionelle Feste in Japan

Das ganze Jahr über, aber besonders in den Sommermonaten, finden in Japan viele traditionelle, regionale Volksfeste („o-matsuri“) statt. Sie sind meist mit einem Fest eines Shinto-Schreins oder eines buddhistischen Tempels verbunden. Die Ausprägung der Feste ist sehr unterschiedlich. Relativ häufig sieht man Umzüge mit Tänzern, oder wie portable Schreine unter lautem Rufen durch die Stadt getragen werden.

Wichtigste Feste und Feiertage

Die wichtigsten Feste für die Japaner sind das Neujahrsfest im Winter und das Totenfest im Sommer. Dann kehren viele Japaner an ihren Heimatort zurück und besuchen ihre Verwandten.

Neujahr („o-shogatsu“) hat in Japan die Bedeutung des deutschen Weihnachtens. An diesen Tagen werden im Kreise der Familie spezielle Speisen verzehrt („o-sechi“). Gegen Mitternacht besuchen viele Japaner einen Schrein zum „hatsumode“, um für Glück im neuen Jahr zu beten. Viele decken sich mit Glücksbringern ein, lesen ihr Horoskop, trinken süßen Sake und essen eine Schale Buchweizennudeln. Am nächsten Morgen bewundern Japaner gerne den ersten Sonnenaufgang des Jahres („hatsuhinode“). An diesem Tag lesen sie auch die Neujahrskarten. Was bei uns der Weihnachtsgruß, ist in Japan die „nengajo“. In den Wochen zuvor füllen viele Firmenangestellte ganze Stapel aus. Die Karte ist jeweils mit dem Tierkreiszeichen des neuen Jahrs bedruckt.

Das Totenfest „o-bon“, die japanischen Version von „Allerseelen“, findet regional verschieden zwischen Mitte Juli und Mitte August statt. Zu diesem buddhistischen Fest sollen die Geister verstorbener Ahnen errettet werden. Wer an seinen Heimatort bzw. den Wohnort der Eltern zurückkehrt, sucht das Grab seiner Vorfahren auf und bringt ihnen Speisen mit. Zur gleichen Zeit werden vielerorts Sommerfeste mit typischen japanischen Sommertänzen („bon-odori“) gefeiert.

Die dritte wichtige Reisezeit in Japan, bedingt durch die Tatsache, dass mehrere Feiertage zusammenfallen, ist die „Golden Week“ Ende April, Anfang Mai. Je nachdem wie die Feiertage fallen, können Arbeitnehmer mit nur ein oder zwei Urlaubstagen eine gute Woche freinehmen. Zu den genannten drei Hauptreisezeiten steigen die Preise immens.

Gesetzliche Feiertage:

• 1. Januar: Neujahr

• 2. Montag im Januar: Tag des Erwachsenwerdens: Feier der Volljährigkeit  derjenigen, die im Kalenderjahr 20 Jahre alt werden

• 11. Februar: Gedenktag der Staatsgründung

• 21. März: Frühlingsanfang

• 29. April: Showa-Tag bis 1988; von 1989 bis 2007 wurde er in den Tag des „Tag des Grüns“, danach zurück zum Showa-Tag umgewandelt. Der Grund dafür war der Versuch, den japanischen Arbeitnehmern eine möglichst lange Folge an Urlaubstagen zu verschaffen.

• 4. Mai: Tag des Grüns

• 5. Mai: Tag des Kindes

• 3. Monat im Juli: Meerestag

• 3. Montag im September: Tag der Ehrung der Alten

• 3 Tage um den 22. September: Herbstanfang (Tages- und Nachtgleiche im Herbst)

• 2. Montag im Oktober: Tag des Sports

• 3. November: Tag der Kultur

• 23. November: Arbeitsdank-Tag

• 23. Dezember: Geburtstag des amtierenden Kaisers

Saisonale Feste

Japaner lieben das Spiel der Jahreszeiten. Es genügt in einen Supermarkt zu gehen, um die Jahreszeit, bis zum jeweiligen Monat, herauszufinden. Restaurants ändern ihre Speisekarte mit den Jahreszeiten, Firmen ihre Werbung.

Das bekannteste japanische Fest ist „hanami“, das Bewundern der Pflaumenblüte im Februar/März bzw. vor allem der Kirschblüte im März/April. Zu dieser Zeit gibt es zusätzlich zum Wetterbericht im Fernsehen Vorhersagen, wo in Japan die Blütenpracht wann zu erwarten ist. Die Kirschblüte ist für Japaner das Sinnbild für Schönheit und Vergänglichkeit. Gleichzeitig ist sie ein beliebter Anlass, um mit Freunden, Kollegen und Familie unter den blühenden Bäumen ein (feuchtfröhliches) Picknick zu veranstalten.

Nicht wie in Deutschland zu Neujahr, sondern im heißen Hochsommer finden in Japan große Feuerwerke statt. Sie dauern nicht selten über eine Stunde, und ziehen Tausende Menschen an. Eines der bekanntesten, das Sumidagawa-Feuerwerk, bei dem über 20.000 Feuerwerkskörper abgeschossen werden, sehen eine knappe Million Menschen.  

Der Herbst ist in Japan die beste Zeit, um wandern zu gehen, und die Herbstblätterfärbung („koyo“) zu genießen. Das Anschauen der Blätter heißt auf Japanisch „momijigari“ (momiji = Ahorn).

Weitere wichtige, nicht-gesetzliche Festtage:

•  3. März, Puppenfest („hinamatsuri“): Dieser Feiertag ist den Mädchen gewidmet. Es werden

       zuhause Puppen stellvertretend für die Kaiserfamilie in prachtvollen Kimonos

       ausgestellt.

• 5. Mai, Karpfenfest („koinobori“): Beim Fest für die Jungen werden Karpfen aus Stoff 

      aufgespannt und flattern vor den Häusern im Wind.

• 15. November, „Sieben-Fünf-Drei-Fest“ („shichi go san“): An diesem Tag ist es üblich, dass

        Eltern drei- oder siebenjähriger Mädchen sowie fünfjähriger Jungen mit diesen zum

        Shinto-Schrein gehen, um für deren Gesundheit, Sicherheit und glückliche Zukunft zu

        beten.

Westliche Feiertage in japanischer Version

Zusätzlich zu den japanischen Feiertagen halten zunehmend westliche Traditionen Einzug. Sie werden nicht selten abgewandelt: Weihnachten ist kein Familienfest wie in Deutschland, sondern ein Pärchenfest. Knapp zwei Monate später folgt der Valentinstag. Allerdings beschenken an diesem Tag nur die Frauen die Männer mit Schokolade, und zwar nicht nur ihren Partner, sondern auch Kollegen und Chefs. Einen Monat später revanchieren sich die beschenkten Männer, indem sie für die Frauen Süßigkeiten kaufen („White Day“). Halloween zeigt sich vor allem am Angebot im Supermarkt, das durch passende Süßigkeiten und Kürbisköpfe mit Fratzen ergänzt wird.