Traditionelle Künste

Performationskunst


Das vom Buddhismus geprägte No-Theater entstand im 14. Jahrhundert. Damals waren die Schauspieler zugleich die Autoren der Stücke. Lange blieb diese Kunstform nur der Samurai-Klasse vorbehalten. In den Stücken geht es häufig um Götter, Kriege, Liebespaare, Ungeheuer oder Anfälle von Wahnsinn. Traditionell wird diese Form des Theaters meist mit aufwendigen Masken gespielt. 

Das Kabuki-Theater ist weniger formell als das No-Theater. Es war traditionell die Theaterform des Bürgertums. Entstanden durch Tänze an Schreinen im 17. Jahrhundert, besteht Kabuki aus Gesang und Tanz. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts wurde Frauen die Theaterschauspielerei verboten. Bis heute spielen Männer alle Rollen, auch Frauenrollen.

Bunraku ist eine Form des Puppentheaters und entstand im 17. Jahrhundert. Die Hauptfiguren sind fast lebensgroß. Sie benötigen drei Puppenspieler, die sie zum Leben erwecken – einen für die Füße, einen für den linken Arm und den Hauptpuppenspieler für den Kopf und den rechten Arm. Anders als beim deutschen Marionettentheater befinden sich die Puppenspieler ebenfalls auf der Bühne. Alle bis auf den Hauptpuppenspieler tragen schwarze Kleidung und Kapuzen und bewegen sich so unauffällig, dass man sie kaum wahrnimmt. 

In der Takarazuka Revue treten ausschließlich Frauen auf. 1913 wurde in der Stadt Takarazuka, in der Nähe von Osaka, die erste Schule für Sängerinnen und Tänzerinnen gegründet. Die Frauen müssen sich entscheiden, ob sie Männer- oder Frauenrollen singen wollen. In Hibiya in Tokyo gibt es ein eigenes Theater. Häufig werden westliche Musicals adaptiert, aber auch möglichst romantische Stoffe aus Romanen für junge Frauen aus Japan oder China.  

Beim Rakugo („gefallene Worte“) gibt es nur einen Erzähler, der im Kimono auf einem Kissen sitzend unterhaltsame Geschichten erzählt. Dabei stellt er durch Mimik, Tonlage und Gestik verschiedene Personen einer Geschichte dar. Als Hilfsmittel sind lediglich ein Fächer und ein Handtuch erlaubt. Die Themenpalette reicht von Alltags- bis zu leicht schlüpfrigen Themen, die mit viel (Wort-)Witz vorgetragen werden.

 

Traditionelle Künste


Die Teezeremonie (chadou) ist ein Ritual der Teezubereitung, das dem Zen-Buddhismus nahesteht. Die Teezeremonie, die sich im 15. Jahrhundert entwickelte, wird nach strengen Regeln abgehalten. Das Verhalten des Gastgebers und der Gäste ist genau vorgeschrieben, kann aber im Ablauf je nach Teezeremonie-Schule leicht abweichen.

Beim Origami werden aus Papier kunstvolle Formen gefaltet. Dabei werden weder Schere noch Klebstoff benutzt. Die dabei entstehenden Gebilde reichen von Gegenständen bis zu Tier- und Pflanzenformen. Am beliebtesten ist der Kranich.

 Die japanische Kalligraphie-Kunst Shodo, der „Weg des Schreibens“, wurde aus China übernommen. Mit Tusche und Pinsel werden auf spezielles Papier kunstvoll Schriftzeichen aufgetragen, meist in der traditionellen Schreibweise von oben nach unten. 

Was in Japan vor allem die ältere Generation als Hobby pflegt, findet weltweit auch bei Jüngeren Anklang: die Pflege von Bonsai-Bäumen. Die Kunst, die Harmonie von Mensch und Natur in Miniaturform darzustellen, stammt ursprünglich aus China und kam etwa im elften Jahrhundert nach Japan. Mittels verschiedener Schnitt-, Binde- und Drahttechniken werden dabei Bäume klein und in ästhetischer Form gehalten.

Ikebana bezeichnet die Kunst des Blumensteckens. Dies bezieht sich nicht nur auf die Blüten selbst, sondern auch die Vase, Stängel, Blätter und Zweige in die Betrachtung miteinbezogen. Dabei ist die Ästhetik und Harmonie von Farben, Linien und Formen wichtig.