Behördengänge

Versicherungen

Wenn Sie in Japan bei einem Unternehmen fest angestellt sind, führt das Unternehmen für Sie alle relevanten Beiträge ab, also zur Kranken- und Rentenversicherung (shakai hoken). Wenn Sie selbstständig sind, Teilzeit oder nicht arbeiten, können Sie sich selbst versichern (kokumin hoken). Die Pensionskasse ist dabei nicht eingeschlossen. Ob die Einzahlung in diese sinnvoll ist, hängt vom Einzelfall ab.

Zur Beantragung gehen Sie zu der damit betrauten Stelle in Ihrem örtlichen Rathaus. Ausländer, die in Japan leben, sollen bei Aufenthalten von über einem Jahr in einem der beiden Systeme registriert sein – so der Wunsch der japanischen Regierung.

Je nach Art und Dauer Ihres Aufenthaltes und Gesundheitszustand kann eine ausländische Versicherung deutlich günstiger sein als die japanische. Allerdings wird eine solche Versicherung nicht in allen Kliniken akzeptiert.

Fragen Sie vor Abschluss ausländischer Versicherungen genau nach, ob es Maximallaufzeiten für den Versicherungsschutz in Japan gibt. Zum Beispiel gelten manche Haftpflichtversicherungen, die in Deutschland abgeschlossen wurden, weltweit nur für einen bestimmten Zeitraum.

Wenn Sie in Japan zur Miete wohnen, müssen Sie meist eine Hausratversicherung abschließen, die auch Schäden infolge von Brand und Erdbeben miteinschließt.

Steuern

Die Steuerbelastung in Japan ist niedriger als in Deutschland. Die Mehrwertsteuer beträgt acht Prozent (Stand: 2015), eine Erhöhung auf zehn Prozent ist geplant.

Wer in Japan gemeldet ist, bezahlt Einkommenssteuer sowie Anwohnersteuer (juumin zei). Diese wird auf Basis des Verdienstes vom Vorjahr berechnet und fällt an, wenn man länger als ein Jahr in einem Bezirk (ku) wohnt, zahlbar in vier Raten im Folgejahr.

Wer in Japan angestellt ist und keine besonderen Zusatz-Einkünfte hat, für den übernimmt der Arbeitgeber am Ende des Jahres die Steuererklärung. Das bedeutet, dieser führt automatisch den entsprechenden Einkommenssteuersatz - zwischen 5 und 40 Prozent - ab.

Ab einem Verdienst von mehr als 20 Mio. Yen im Jahr, bei Selbstständigen, die mehr als einen Arbeitgeber haben oder bei außergewöhnlichen Ein- und Ausgaben, zum Beispiel im deutschen Ausland, müssen Sie die Steuererklärung selbst vornehmen. Dies gilt auch, wenn Sie Japan vor Jahresende verlassen. Es kann hilfreich sein, einen Steuerberater aufzusuchen, der Ihnen beim Ausfüllen der Formulare hilft.

Beachten Sie die strikte Abgabefrist der Steuererklärung für das Vorjahr bis 15. März des Folgejahrs. Ein Überziehen der Frist führt zu Bußgeldern, außer die Erklärung führt zu einer Steuerrückerstattung.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der englischsprachigen Seite des japanischen Finanzamts.

Rente

Deutschland und Japan haben ein Abkommen über die Soziale Sicherheit geschlossen. Dadurch können sich deutsche Arbeitnehmer ihre für einen Rentenanspruch erforderlichen Versicherungszeiten in Japan und Deutschland zusammenrechnen lassen. Durch das Abkommen können deutsche Arbeitnehmer außerdem in vielen Fällen ihre Rente in bisheriger Höhe im Ausland beziehen.

Wenn Sie Fragen zur deutschen Rente haben, können Sie bei der Deutschen Rentenversicherung anrufen, sich per Chat beraten lassen oder eine E-Mail mit Ihrer Frage schreiben (meinefrage@drv-bund.de). Detaillierte Informationen finden Sie außerdem in der Broschüre „Arbeiten in Deutschland und in Japan“, herausgegeben der Deutschen Rentenversicherung.

 

Informationen zur japanischen Rentenversicherung und der Berechnung von Rentenleistungen finden Sie auf den Seiten des Japan Pension Service.