Freizeit und Kultur

Im Kapitel „Geschäftsreisen“  bekommen Sie erste Anhaltspunkte dafür, wie Sie Tokyo erkunden können, auch wenn Sie nur wenig Zeit haben. Darin finden Sie in Kürze die wichtigsten Informationen zur Tages- und Abendgestaltung in der japanischen Hauptstadt. Wir stellen dort eine Tour vor, auf der Sie mehrere wichtige Sehenswürdigkeiten in einem Tag besuchen, und gleichzeitig einerseits das alte, traditionelle Tokyo, anderseits die supermoderne Metropole kennenlernen können.

Im folgenden Kapitel gehen wir etwas weiter ins Detail. Wir stellen Ihnen einige Museen vor, geben Ihnen Anregungen für Ausflüge in die Natur und zeigen Ihnen einige Möglichkeiten, wie Sie in Tokyo Kontakte knüpfen können.

Museen

Wer in Tokyo Museen und Ausstellungen besuchen möchte, hat die Qual der Wahl. Einige besonders empfehlenswerte Museen stellen wir Ihnen nachfolgend vor, weitere Informationen zu aktuellen Ausstellungen und Events finden Sie auf der deutschsprachigen Website der Tokyoter Touristeninformation.

Für Museumsliebhaber gibt es in Tokyo den Grutto Pass, der jeweils zum Auftakt des japanischen Geschäftsjahres am 1. April neu aufgelegt wird. Der Pass kostet 2.000 Yen und ermöglicht den Eintritt zu über 70 Museen. Je nach Einrichtung bekommen Sie Rabatt oder können umsonst ins Museum.

Wir stellen Ihnen zwei praktische Museumstouren exemplarisch vor:

Mit einem Spaziergang durch den Stadtteil Roppongi können Sie drei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Fahren Sie mit der Chiyoda-Linie zum Bahnhof Nogizaka. Ausgang 6 führt Sie direkt zum National Art Center, einem weitläufigen Museum mit regelmäßig wechselnden Kunstausstellungen. Dann gehen Sie weiter nach Tokyo Midtown und besuchen dort im obersten Stockwerk des edlen Einkaufszentrums das Suntory Museum of Art, das sich das Motto „Art in Life“ zum Thema gemacht hat. Dort wird japanischen Künsten und traditionellem Handwerk Tribut gezollt. Gehen Sie weiter nach Roppongi Hills am Bahnhof Roppongi der Hibiya-Linie. Im 53. Stockwerk des Mori-Towers finden Sie das Mori Art Museum, wo regelmäßig wechselnde Ausstellungen moderner Kunst stattfinden.  

Auch der Stadtteil Ueno bietet sich für eine ausgedehnte Museumstour an. Auf dem Gelände des Ueno Parks sind mehrere Museen ansässig und es werden regelmäßig große Sonderausstellungen organisiert. Ein Muss ist der Besuch des Tokyo National Museum, in dem japanische und asiatische Kunst sowie archäologische Gegenstände aus der japanischen Geschichte ausgestellt sind. Es ist das älteste Museum in Japan. Im National Museum of Western Art, das von Le Corbusier designt wurde, wird westliche Kunst gezeigt. Im National Museum of Nature and Science wird die Geschichte der Flora und Fauna des japanischen Archipels erklärt. Zum Teil gibt es englischsprachige Führungen. Wie die Menschen zur Edo-Zeit im „Shitamachi“-Gebiet um Ueno gelebt haben, zeigt das Shitamachi Museum. Ebenfalls im Ueno Park befinden sich das Kunstmuseum Tokyo Metropolitan Fine Art Gallery und das Orient Museum.

Weitere Kunstmuseen:

     Nationalmuseum für Moderne Kunst, Kitanomaru Park

     Tokyo Metropolitan Teien Art Museum, Meguro

     Yamatane Museum, Hanzomon

     Toguri Kunstmuseum, Shibuya

·          Bunkamura, Shibuya

Besonders zu empfehlen sind Freiluftmuseen, die durch die Rekonstruktion zum Beispiel von alten Stadthäusern oder Bauernhöfen die japanische Geschichte nachvollziehbar machen. In Tokyo befindet sich im Koganei Park das Edo Tokyo Open Air Architectural Museum, in dem man sich unter anderem viele alte Stadthäuser anschauen kann. Sehr sehenswerte Ausstellungen mit Nachbauten alter Bauernhäuser finden Sie in Kawasaki bei Tokyo (Japan Open-Air Folk House Museum), in Osaka (Open Air Museum of Old Japanese Farm Houses) und Takayama (Hida Minzoka Mura Folk Village). Einen Blick zurück in die Edo-Zeit können Sie im Tokyoter Edo-Tokyo-Freilichtmuseum im Stadtteil Ryogoku werfen. Für Interessierte an moderner Kunst in Verbindung mit einem hübschen Park ist das Hakone Open Air Museum einen Tagesausflug wert. Es befindet sich zwei Zugstunden entfernt von Shinjuku.

Weitere Infos zu Museen und aktuellen Ausstellungen finden Sie auf der Website der englischsprachigen Tageszeitung The Japan Times.

Spazierengehen und Wandern

Wer ab und zu die Tokyoter Betonwüste hinter sich lassen möchte, kann dies manchmal sogar tun, ohne die Stadt zu verlassen. Es gibt wunderschöne, weitläufige Parks in der Innenstadt wie der Yoyogi-Park oder der Shinjukugyoen, in denen man stundenlang spazierengehen kann. Etwas städtischer sind der Ueno Park und der Hibiya Park. Außerhalb der Yamanote-Linie sind die Parks Hama Rikyu, Kasai Rinkai und Inokashira Park einen Ausflug wert.

Den für Ihre Bedürfnisse passenden Park finden Sie auf dieser englischsprachigen Übersicht. Auf der Seite der Tokyoter Stadtinformation finden Sie deutschsprachige Empfehlungen für Stadtrundgänge (geführt oder auf eigene Faust).

Bergsteigen

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheinen mag – Tokyo ist ein praktischer Ausgangspunkt für Wandertouren. 30 bis 60 Minuten Fahrtzeit können genügen, um das Häusermeer hinter sich zu lassen und in die Natur einzutauchen. Selbst Tagesausflüge auf Berge von über 2.000 Metern sind dank der hervorragenden öffentlichen Verkehrsmittel von Tokyo aus machbar. Denn die Stadt liegt in der Nähe von mehreren Nationalparks und Naherholungsgebieten, die für Anfänger wie erfahrene Wanderer und Bergsteiger eine breite Auswahl an schönen Touren bieten.

Der beliebteste Berg im Tokyoter Umland ist der Takao-san. Es führen Wanderrouten und eine Seilbahn zum Gipfel. Im Okutama-Chichibu-Nationalpark westlich von Tokyo befindet sich der Mitake-san, ein Berg, den Sie entweder erwandern können, oder aber ein Teilstück mit der Seilbahn fahren.

Je nach Fitness und Zeitplan können Sie den berühmten Fuji-san (3.776 Meter) in einer ein- bis zweitägigen Tour erklimmen. Beachten Sie, dass die offizielle Klettersaison nur von Juli bis August geht. Nehmen Sie Hinweise, warme Kleidung mitzunehmen, ernst, auch bei sommerlichen Temperaturen im Flachland. Das Wetter kann sich auf dem Berg schlagartig ändern. Ab über 3.000 Metern leiden manche Bergsteiger an der Höhenkrankheit. Kehren Sie auf niedrigere Höhen zurück, wenn Sie Symptome verspüren. Um nicht kurz vor dem Gipfel in einen „Stau“ zu geraten, der Sie schon einmal Stunden kosten kann, vermeiden Sie Feiertage oder verlängerte Wochenenden für Ihren Gipfelsturm.

Auch sehr schön zum Wandern ist das Gebiet um Nikko. Dort können Sie im Sommer in der Nähe des Sees Chuzenji-ko Wasserfälle anschauen. Im Winter können Sie die gefrorene Version anderer Wasserfälle im Eis-Tal Unryu-Keikoku bewundern, das sich in den Bergen hinter den berühmten Tempeln von Nikko befindet. 

Vorschläge für Touren finden Sie im „Hiking In Japan Travel Guide“ vom Lonely Planet-Verlag. Noch einfacher ist es, Sie schließen sich einer der vielen Wandergruppen an, die es in Tokyo gibt. Häufig handelt es sich dabei um gemischte Gruppen von Japanern und Ausländern.

Wandergruppen:

Friends of Earth Japan

International Adventure Club Tokyo

International Outdoor Club Kansai

Outdoor Club Japan

Tokyo Gaijins


Wintersport

Abfahrtski und Snowboarden sind in Japan sehr beliebte Sportarten, und das Angebot an Skigebieten ist groß. Gute Loipen für Langläufer zu finden, ist leider schwierig. Sehr verbreitet hingegen ist das Wandern mit Schneeschuhen.

Von Tokyo aus können Sie in 70 Minuten direkt auf der Piste stehen, wenn Sie in der Stadt Yuzawa in der Präfektur Niigata aussteigen. Zwei Stunden dauert es mit dem Shinkansen, um Nagano, den Austragungsort der Olympischen Winterspiele 1998, zu erreichen. Weitere beliebte Ziele sind Hakuba und Minakami in der Nähe.

So zahlreich wie die Ski- und Snowboardpisten, so zahlreich sind auch die Tour-Anbieter. Da viele australische Unternehmen in diesem Bereich auf dem Markt aktiv sind, ist es für Ausländer in Japan kaum ein Problem, ohne Japanisch-Kenntnisse einen Ski-Trip zu planen. Der Freizeit-Club Tokyo Gaijins organisiert im Winter jedes Wochenende Kurzreisen in Skigebiete. Daran nehmen sowohl Ausländer als auch Japaner teil.

Golf

Da man in Japan leidenschaftlich gerne Golf spielt, gibt es allein in Tokyo über 500 Driving Ranges, erkennbar an den mehrere zehn Meter hohen Netzen, und manche sogar auf den Dächern über der Stadt. Auch zahlreiche Golfplätze finden sich in der Nähe von Tokyo. Die gezielte Suche nach dem passenden Grün bietet diese Seite, wo Sie nachschauen können, was das Golfspiel dort kostet, und wie Sie mit dem Auto hinkommen.

Fitness

Es gibt in Tokyo mehrere große Fitness-Center-Ketten, wie Konami, Tipness und Gold’s Gym. Hier finden Sie eine Liste mit Fitness-Centern in Ihrer Nähe. Bei der Berechnung der monatlichen Gebühren kommt es darauf an, ob Sie das Fitness-Center jederzeit aufsuchen können möchten, oder nur tagsüber oder spätabends. Gegen eine geringe Gebühr können Sie an vielen Fitness-Centern ein Schließfach dauerhaft mieten.

Günstiger ist der Besuch einer städtischen Fitnesseinrichtung, die jeder Bezirk anbietet. Der Beitrag für die einmalige Benutzung liegt für Bewohner eines Bezirks bei rund 500 Yen, bei Bewohnern anderer Bezirke etwas höher. Fragen Sie bei Ihrem Rathaus nach Sportmöglichkeiten; die Bezirke (Ku) bieten dazu Broschüren an.

Heiße Quellen

Der Besuch eines Onsen ist für Japaner der Dreh- und Angelpunkt einer Reise. Der Ruf als Tourismusziel vieler Orte basiert häufig vor allem auf dem Vorkommen heißer Quellen. Ein Bad darin entspannt wunderbar nach einer Wanderung, oder einfach zur Erholung vom hektischen Großstadtleben.

Selbst inmitten der Metropole Tokyo finden sich natürliche Onsen, deren Wasser aus über 1.000 Metern Tiefe nach oben befördert wird. Sie können dort auch eine Sauna aufsuchen, sich massieren lassen, eine Kosmetikbehandlung machen lassen oder etwas essen.

Berühmt für Onsen in der Nähe von Tokyo sind die Orte Atami auf der Halbinsel Izu, der Hakone-Nationalpark sowie die Stadt Kusatsu in der Präfektur Gunma. Wunderschöne Naturbäder finden Sie auf den Izu-Inseln südlich vor Tokyo, erreichbar per Fähre und Flugzeug.