Positive Dynamik fünf Jahre nach Fukushima

09.03.16 Pressemitteilung

Fünf Jahre nach der Dreifachkatastrophe sind deren Spuren noch sichtbar. Vor allem in der Wirtschaft ist jedoch eine positive Dynamik entstanden. Erneuerbare Energien entwickeln sich langsam, aber kontinuierlich. Schneller schreitet Japans Globalisierung voran.

9.3.2016 – Tokyo/AHK Japan: Am 11. März 2011 wurde Japan durch eine Dreifach-Katastrophe aus Erdbeben, Tsunami und Atomunfall schwer getroffen. Auch fünf Jahre danach sind die Bilder der Zerstörung in den Köpfen der Menschen noch präsent. „Das darf den Blick auf die positive Dynamik nicht verstellen, die seither entstanden ist“, sagt Marcus Schürmann, Geschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan (AHK Japan). Japans Unternehmen haben aus der Katastrophe gelernt. Lieferketten wurden gestärkt und neue Strukturen im In- und Ausland aufgebaut. Auch die Politik hat Konsequenzen gezogen und treibt überfällige Reformen voran.

Strommarkt vor Liberalisierung
2015 kehrte Japan mit dem Neustart mehrerer Reaktoren zur Kernkraft zurück. In Deutschland wurde dies als das Ende einer Energiewende in Japan angesehen. Doch die Strommarktreform schreitet kontinuierlich voran. Ab dem 1. April 2016 können Japans Kunden ihren Stromanbieter unter mehr als 200 Unternehmen frei wählen. Millionen „Smart Meter“ werden im Land installiert, große Investitionen in neue Netze zeichnen sich ab.

Die Regierung fördert die Entwicklung von neuen Technologien massiv. „In den Bereichen Kläranlagen und organische Abfälle erkennen deutsche Biogasunternehmen das Potenzial in Japan und setzen Projekte um“, beobachtet Marcus Schürmann. Der Anteil der Erneuerbaren Energien (ausgenommen Wasserkraft) am Energiemix ist seit 2011 von 1,2% auf 3,2% gestiegen. Bis 2030 sollen 22-24% erreicht werden. Man orientiert sich weiterhin an Deutschland, auch wenn Japans Ziele niedriger angesetzt sind.

Japans Globalisierung bietet Chancen
Japan wandelt sich wirtschaftlich und gesellschaftlich. Themen wie Gleichberechtigung im Arbeitsmarkt oder die Förderung einer Innovationskultur für Start-ups werden seit der Katastrophe stärker verfolgt. Allem voran steht eine umfangreiche Globalisierungsbewegung, begleitet von einem neuen Anspruch, Japan auf der weltpolitischen Bühne stärker zu positionieren. So gaben 2015 Japans Unternehmen mit rund 82 Mrd. Dollar für Outbound-M&A mehr aus als je zuvor.

Rund ein Zehntel der globalen Auslandsdirektinvestitionen (FDI) kommt aus Japan – mehr als aus China und Südkorea zusammen. Vor allem in den ASEAN-Raum nehmen die FDI zu. Dort sind bereits über 6.300 japanische Unternehmen präsent und suchen neue, international erfahrene Partner. „Deutsche Unternehmen sind dabei oft Wunschpartner“, so Schürmann. „Manche sehen in diesen Drittmarktgeschäften mittlerweile die Zukunft ihres ‚Japangeschäfts‘ und entwickeln neue Businessmodelle“. Die berechtigte Aufmerksamkeit, die den immer noch großen Herausforderungen infolge von „3/11“ zuteilwird, sollte nicht diese positiven Entwicklungen überschatten.

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