Der japanische Weinmarkt

Im Fiskaljahr 2009 hatte der japanische Weinmarkt ein Volumen von 171,1 Mrd. Yen (ca. 1,31 Mrd. Euro). Japans Weinbaukultur ist sehr schwach ausgeprägt. Ausländische Weine stellen etwa 70 Prozent des Marktes dar. Er ist damit einer der wichtigsten und noch immer profitabelsten Importweinmärkte der Welt.

Es ist umstritten, wie viel Wachstumspotenzial in diesem Markt noch vorhanden ist. Der Markt ist nach den Wein-Boomphasen der 1990er Jahre maturiert und zeigte in den vergangenen Jahren nur noch geringes Umsatzwachstum. Gleichzeitig beträgt der jährliche Pro-Kopf-Weinverbrauch in Japan nur 2,2 l. Dies ist ein sehr niedriger Wert im Vergleich zu anderen Industriestaaten und deutet darauf hin, dass noch „Luft nach oben“ ist.

Während der japanische Weinmarkt in den letzten zehn Jahren weitestgehend stagnierte, fand eine Verschiebung der Marktsegmente statt.

Im Bereich preisgünstiger Weine war deutliches Wachstum spürbar. Diese positive Entwicklung wurde durch den zunehmenden Import von Neue Weltweinen möglich. Weine unter 1.000 Yen haben in den vergangenen Jahren verstärkt in den Regalen japanischer Supermärkte Einzug gehalten. Der Absatz von Wein wuchs und die Konsumentenbasis wurde verbreitert.

Gleichzeitig ging der Absatz teurer Qualitätsprodukte zurück. Ursache hierfür war das Sterben des Alkoholfachhandels, welcher traditionell einen wichtigen Absatzweg für hochwertige Weine darstellte. Im Jahr 2009 wurde bereits über die Hälfte aller Weine in Supermärkten, Discountern und Convenience Stores vertrieben.

Nach der Finanzkrise im Jahr 2009 schrumpften in Japan zudem die Gehälter und damit das verfügbare Haushaltseinkommen vieler Verbraucher. Folge war und ist eine Abkehr von der Gastronomie, die ebenfalls wichtiger Absatzweg für Qualitätsweine ist. Der Konsum verschob sich zum Hausgebrauch und damit zu günstigeren Weinen.

Diese Trends stellten die traditionellen europäischen Weinproduzenten im vergangenen Jahrzehnt vor große Probleme. Besonders Deutschland verlor Marktanteile. Gehörten deutsche Produkte in den 1980er Jahren noch zu den beliebtesten Importweinen japanischer Verbraucher, so wurde ihre Position in den 1990er durch verstärkten Rotweinkonsum stark geschwächt. Nach der Jahrtausendwende geriet deutscher Wein in Japan dann an die Grenze der Bedeutungslosigkeit.

Von 2002 bis 2010 verlor deutscher Wein 2/3 seines Importmarktvolumens. 2010 stammten nur noch 1,7 Prozent des nach Japan eingeführten Weins aus Deutschland.

Deutsche Weine haben jedoch noch immer Eigenschaften, welche japanische Konsumenten schätzen dürften. So lässt sich deutscher Weißwein sehr gut mit japanischen Speisen kombinieren. Ebenfalls positiv ist das Qualitätsimage deutscher Weine. Schließlich ist auch die große Tradition des Weinbaus in Deutschland ein schlagkräftiges Alleinstellungsmerkmal, um eine Abgrenzung vom Wettbewerb zu ermöglichen.

Diese Zielgruppenanalyse gibt einen Einblick in den japanischen Weinmarkt. Markt- und Importtrends sowie Chancen und Herausforderungen werden übersichtlich dargestellt. Außerdem erhalten Sie Informationen zur Produkteinfuhr und zu Ihren japanischen Zielgruppen.

 

Da diese Studie im Rahmen der Exportförderprojekte des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gefördert wurde, steht sie Akteuren der Agrar- und Ernährungswirtschaft mit Sitz in Deutschland kostenfrei zur Verfügung. Wenn Sie am Bezug dieser Studie interessiert sind, schicken Sie einfach eine Nachricht an uns: info(at)dihkj.or.jp

Februar 2011

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