Der Markt für Fleisch und Fleischwaren in Japan

Japan ist einer der wichtigsten Importmärkte für Fleisch weltweit. Im Jahr 2008 wurde Fleisch im Wert von 879 Mrd. Yen eingeführt.

Japan war in diesem Jahr mit einem Gesamt-Einfuhrgewicht von 2,3 Mio. t Top-Importeur von Schweinefleisch und zweitgrößter Importeur von Rinder- sowie Hühnerfleisch. Weil das Land über keine ausreichende Agrarfläche verfügt, wird sich an der Fleisch-Importquote von fast 40 Prozent (auf Mengenbasis) langfristig nichts ändern.
Zwar erschweren Importbeschränkungen den Export von Fleisch nach Japan momentan, doch bieten sich mittelfristig Chancen für deutsche Anbieter.

Die Japaner konsumierten trotz BSE-Skandalen im In- und Ausland auch Jahr 2008 wieder 1,17 Mio. t Rindfleisch. Dass dabei auch vermehrt Ware importiert wurde (FJ 2008: 470.000 t), deutet an, dass japanische Verbraucher wieder Vertrauen in importiertes Rindfleisch fassen. Zwar kann deutsches Rindfleisch mit dem Spitzenfleisch der indigenen Wagyu-Rinder Japans nur eingeschränkt konkurrieren, doch sind Markterfolge von Fleisch aus deutscher Herstellung nach der Aufhebung der heutigen Importbeschränkungen wegen BSE-Fällen in der EU denkbar.

Als Substitutionsgut zu Rindfleisch (BSE) und Geflügel (Vogelgrippe) zeigt der Verzehr von Schweinefleisch in Japan einen langfristigen Wachstumstrend. Von 2001 bis 2008 wuchs der Verbrauch um 6 Prozent auf zuletzt über 2,4 Mio. t. Dabei stammte fast die Hälfte des Schweinefleisches aus dem Ausland. Dass Dänemark sich hier seit Jahren mit Anteilen von 20 bis 30 Prozent am Importmarkt behaupten kann zeigt, dass auch deutsches hochwertiges Schweinefleisch über große Marktchancen verfügt, sollte der momentan gültige Importbann wegen Wildschweinepest ausgesetzt werden.

Japan war im Jahr 2009 mit einer Herstellmenge von 1,4 Mio. t neuntgrößter Hühnerfleisch-Produzent der Welt. Dies war ein Rekordwert und Ergebnis eines lange anhaltenden Wachstumstrends in der Binnenproduktion. Dennoch waren im Jahr 2008 noch fast 25 Prozent des japanischen Hühnerfleischverbrauchs von etwa 1,8 Mio. t eingeführtes Fleisch. Brasilien beherrscht heute mit günstigem Hühnerfleisch den japanischen Importmarkt. Hier bestehen Möglichkeiten für preislich wettbewerbsfähige deutsche Produkte. Momentan herrscht aber ein Einfuhrverbot von Geflügelfleisch wegen des Auftretens von Vogelgrippe im EU-Raum.

Der Wurst-Importmarkt zeigte sich im Jahr 2008 mit einer Größe von etwa 17,5 Mrd. Yen bzw. 282.000 t (Importanteil: 11,56 Prozent) wegen eines Skandals mit importierten Lebensmitteln aus der VR China relativ schwach. Deutsche Würste aus traditioneller, hochqualitativer Herstellung können im japanischen Markt aber dennoch auf gute Absatzchancen hoffen. Dass auch Schinken aus europäischer Produktion in Japan abgesetzt werden können, beweisen Produzenten aus Italien und Spanien, welche im japanischen Premium-Segment einen enormen Wiedererkennungswert für ihre Waren geschaffen haben. Unter bestimmten Voraussetzungen ist der Import von erhitzten Schweinefleisch-Erzeugnissen gestattet und mit der richtigen Strategie ist der Einstieg in den Markt möglich.

Trotz der aktuellen Importbeschränkungen lohnt sich eine Evaluierung des japanischen Fleischmarktes. Deutschland genießt in Japan einen exzellenten Ruf, vor allem wenn es um erstklassige und originale Produkte geht. Dabei lassen sich besonders im Premium-Segment hohe Preise durchaus durchsetzen.

 

Da diese Studie im Rahmen der Exportförderprojekte des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gefördert wurde, steht sie Akteuren der Agrar- und Ernährungswirtschaft mit Sitz in Deutschland kostenfrei zur Verfügung. Wenn Sie am Bezug dieser Studie interessiert sind, schicken Sie einfach eine Nachricht an uns: info(at)dihkj.or.jp

Februar 2010

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