Tokio wird zum Schaufenster für deutsche Konsumgüter

Der Tourismus-Boom vor den Olympischen Spielen 2020 verwandelt Japans Hauptstadt in eine Präsentationsbühne für ausländische Waren. Immer mehr deutsche Unternehmen ergreifen diese Chance.

Das bevorstehende größte Sportereignis der Welt verschafft dem japanischen Markt nach Ansicht der deutschen Auslandshandelskammer in Japan aus deutscher Sicht eine zusätzliche strategische Bedeutung. „Eine wachsende Zahl unserer Unternehmen nutzt Tokio ein Jahr vor Beginn der Olympischen Spiele 2020 als Schaufenster für ihre Produkte, weil immer mehr Touristen nach Japan kommen und die Aufmerksamkeit für die japanische Hauptstadt wächst“, berichtete Marcus Schürmann, Delegierter der Deutschen Wirtschaft in Japan und Geschäftsführer der AHK Japan.

Bislang half ein direktes Engagement in Japan deutschen Unternehmen bereits dabei, Drittmarktgeschäfte mit japanischen Unternehmen zu akquirieren. Laut der diesjährigen AHK-Geschäftsklimaumfrage erzielen 60 % der befragten Manager nach eigenen Angaben für jeden Euro Umsatz in Japan mindestens einen weiteren Euro Umsatz mit japanischen Kunden in anderen Teilen der Welt. Dabei handelt es sich um Business-to-Business-Geschäfte mit Dienstleistungen und Industriegütern. „Diese Drittmarkt-Formel gilt dank des verstärkten Japan-Tourismus jetzt auch für langlebige Konsumgüter“, erläuterte AHK Japan-Chef Schürmann den neuen Trend.

Konsumgüter-Präsentation für Touristen

Die japanische Regierung fördert den Tourismus seit einigen Jahren im Rahmen ihrer Wachstumsstrategie durch eine erleichterte Visavergabe. Im Olympia-Jahr 2020 erwartet die Inselnation über 40 Millionen ausländische Besucher. 2018 waren es bereits mehr als 31,2 Millionen, davon 84 Prozent aus Asien. Viele dieser Touristen kaufen in Japan ein oder informieren sich über Konsumgüter. An dieser Entwicklung nimmt nach Beobachtung der AHK Japan eine Reihe deutscher Unternehmen teil, indem sie ihre Konsumgüter in neuen oder erweiterten Showrooms zusammen mit japanischen Partnern in Tokio gezielt präsentieren.

Dadurch kommen ausländische Touristen während ihres Japanbesuchs mit deutschen Produkten in direkten Kontakt und lernen ihr Design, ihre Hochwertigkeit und ihre Anwendungen kennen. „Diese positiven Erfahrungen und Erinnerungen nehmen sie in ihre Heimatländer mit und erzeugen dort eine zusätzliche Nachfrage nach langlebigen Konsumgütern aus Deutschland“, erklärte Schürmann. Die japanische Regierung fördere den ausländischen Tourismus ebenfalls in der Absicht, den Absatz von japanischen Waren in und außerhalb Japans anzukurbeln. „Mit Tokio als Schaufenster erzielen auch deutsche Unternehmen diesen Effekt“, so Schürmann.

Zusätzlich stärkt das am 1. Februar in Kraft getretene Freihandelsabkommen zwischen Japan und der Europäischen Union seit diesem Jahr die Relevanz des Japan-Geschäfts für deutsche Unternehmen. Dabei kann die deutsche Wirtschaft schon erste Erfolge verbuchen. So legte die Einfuhr von Käse aus Deutschland im Vergleichsmonat April mit dem Vorjahr um mehr als das Doppelte auf 2.244 Tonnen zu. Auch bei Schweinefleisch sind die Exporte um 70% auf 2.998 Tonnen angestiegen.

Kontakt

Marcus Schürmann
Delegierter der Deutschen Wirtschaft in Japan
Geschäftsführer AHK Japan Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan
Tel.: +81-3-5276-8723
E-Mail: mschuermann(at)dihkj.or.jp