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AHK Japan-Blitzumfrage 2026: Deutsch-japanische Beziehungen

Ergebnisse der Blitzumfrage der AHK Japan zum Japan-Besuch von Bundeskanzler Merz

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Deutsche Unternehmen sehen große Kooperationspotenziale mit japanischen Partnern

 

  • 48 % der befragten deutschen Unternehmen in Japan erleben japanische Firmen heute kooperationsbereiter als vor zehn Jahren
  • Inflation und Zinswende: 46% erwarten Belastungen für ihr Japangeschäft – 56% sehen zugleich neue Geschäftschancen
  • Wertepartnerschaft mit Japan wirkt: 43% sehen positive Effekte auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit in Japan, 40% auf die politischen Beziehungen in Japan


28. Oktober 2026 | Tokio – Japanische Unternehmen suchen verstärkt die Zusammenarbeit mit deutschen Partnern: 48% der deutschen Unternehmen in Japan erleben japanische Firmen heute kooperationsbereiter als vor zehn Jahren, nur 9% beobachten das Gegenteil. Das zeigt eine aktuelle Blitzumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan (AHK Japan) anlässlich des Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz. Der Bundeskanzler hält heute die Keynote beim German-Japanese Business Summit der AHK Japan in Tokio – vor rund 350 Gästen, darunter zahlreiche Spitzenrepräsentanten aus Wirtschaft und Politik.

 

„Japan ist für Deutschland weit mehr als ein Absatzmarkt – es ist ein strategischer Partner, mit dem wir die wirtschaftlichen Chancen der Zukunft erschließen können. Gerade in einer Zeit wachsender geopolitischer Unsicherheiten sollten wir unsere Zusammenarbeit gezielt ausbauen und die zunehmende Offenheit japanischer Unternehmen für neue Partnerschaften nutzen“, sagte Marcus Schürmann, Geschäftsführer der AHK Japan und Delegierter der Deutschen Wirtschaft in Japan. „Der Besuch des Bundeskanzlers bietet dafür einen wichtigen Impuls. Ob Wirtschaftssicherheit, Zukunftstechnologien oder Fachkräftesicherung: Deutschland und Japan haben gemeinsame Interessen und können somit konkrete Lösungen voranbringen.“

 

Beide Länder stehen als exportorientierte Volkswirtschaften vor ähnlichen Herausforderungen. In Zeiten geopolitischer Spannungen schätzen deutsche Unternehmen an Japan vor allem seine Verlässlichkeit. Entsprechend fordern Befragte, dass Deutschland dem Partner Japan deutlich mehr Aufmerksamkeit schenken solle.

 

Inflation und Zinswende: Belastung und Chance zugleich


Nach Jahrzehnten der Deflation verändern steigende Preise und Zinsen das Geschäftsumfeld in Japan grundlegend. 46% der Unternehmen erwarten für die kommenden zwölf Monate negative Auswirkungen auf ihr Japangeschäft, 32% positive. Zugleich sind 56% überzeugt, dass Inflation und Zinswende die japanische Wirtschaft beleben und neue Geschäftschancen schaffen. Als Belastung nennen die Befragten vor allem den schwachen Yen, der deutsche Produkte verteuert, sowie hohe Energie- und Rohstoffkosten in Deutschland.

 

Wertepartnerschaft zahlt sich aus


Die seit 2022 vertiefte strategische Partnerschaft mit Japan zeigt Wirkung: 43% der Unternehmen sehen positive Effekte auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit in Japan, 40% auf die politischen Beziehungen in Japan – negative Auswirkungen sieht praktisch niemand. Seit Amtsantritt der Bundesregierung hat der hochrangige Austausch spürbar an Dynamik gewonnen; 2027 sind die zweiten Regierungskonsultationen in Deutschland geplant.

 

Chancen in Zukunftsfeldern


Besondere Chancen bietet die Industriepolitik von Premierministerin Sanae Takaichi, die Investitionen in 17 strategische Sektoren fördert, darunter Halbleiter, Künstliche Intelligenz und Biotechnologie. Deutsche Unternehmen sind hier als Zulieferer und Technologiepartner gefragt. Zudem öffnet sich Japan zunehmend für internationale Kooperationen in Verteidigung und Raumfahrt. Weiteres Potenzial liegt bei kritischen Rohstoffen, Energie und Kernfusion. Um das Wirtschaftsabkommen zwischen der EU und Japan voll auszuschöpfen, sollten Zertifizierungshürden abgebaut werden, etwa durch die gegenseitige Anerkennung von Standards – davon würde vor allem der Mittelstand profitieren.

 

Duale Ausbildung gegen den Fachkräftemangel


Einen konkreten Beitrag gegen den Fachkräftemangel leistet die AHK Japan mit ihrem 2024 gestarteten Programm zur dualen Berufsausbildung. Es bringt das deutsche Curriculum nach Japan und bildet derzeit Kfz-Mechatroniker aus – im Betrieb bei Mitsubishi Fuso und BMW-Händlern sowie an drei Partnerschulen in Tokyo, Kobe und der Präfektur Gunma. Mehr als 50 Auszubildende lernen inzwischen in drei Jahrgängen, die ersten Absolventen werden im Frühjahr 2027 erwartet. Aufgrund der positiven Resonanz soll das Programm auf weitere Berufsfelder ausgeweitet werden.

 

Deutsche Wirtschaft in Japan


Japan ist ein wichtiger Partner für die deutsche Wirtschaft: Mit einem Handelsvolumen von 43 Milliarden Euro (2025) ist Deutschland die Nummer 1 unter den europäischen Handelspartnern für Japan. Gemäß EU-Kommission exportieren rund 12.500 deutsche Unternehmen nach Japan. Aktuellen Zahlen der AHK Japan zufolge sind 762 deutsche Unternehmen mit einer eigenen Gesellschaft in Japan vertreten, davon produzieren 83 Unternehmen an 131 Fertigungsstandorten im Land. Der deutsche Bestand an Direktinvestitionen in Japan beläuft sich auf 15,2 Milliarden Euro (2024).

 

Die aktuelle Blitzumfrage der AHK Japan lief vom 6. bis 9. Oktober 2026. Von 471 befragten Unternehmen flossen die Antworten von 133 (28%) in die Auswertung ein.

 

Die vollständigen Ergebnisse dieser Blitzumfrage stehen hier zum Download bereit:
 

 

Die bisherigen Umfragen finden Sie in unserem Archiv. 

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