Japan im Überblick

Egal mit welchem Vorhaben Sie nach Japan reisen: Mit etwas Vorwissen haben Sie mehr von Ihrem Aufenthalt. Hier finden Sie einige nützliche Informationen bündig zusammengefasst.

  • Basisdaten
  • Wirtschaftslage
  • Außenhandel
  • Politisches System
  • Gesellschaft
  • Naturkatastrophen
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Basisdaten

Japan ist der viertgrößte Inselstaat der Welt. Mit einer Fläche von 378.000 Quadratkilometern ist das Land etwas größer als Deutschland. Japan liegt östlich vom asiatischen Festland, etwa auf gleicher Höhe mit Nord- und Südkorea. Weitere Nachbarn sind China, Taiwan und Russland. Japan besteht aus vier Hauptinseln: Hokkaido, Honshu, Shikoku und Kyushu. Honshu nimmt 61 Prozent der Gesamtfläche ein. Hokkaido kommt auf 22 Prozent, Kyushu auf elf Prozent und Shikoku auf fünf Prozent der Fläche. Daneben gibt es über 6.800 kleinere Inseln.

  • Fläche: 377.915 km²
  • Klima: subarktisch (Hokkaido) bis subtropisch (Okinawa)
  • Einwohner 2017: 126,7 Millionen
  • Bevölkerungsdichte 2017: 335,4 Einwohner/km²
  • Bevölkerungswachstum 2017: -0,2 Prozent*
  • Fertilitätsrate 2016: 1,4 Geburten pro Frau
  • Geburtenrate 2017: 7,7 Geburten/1.000 Einwohner*
  • Altersstruktur 2017 in Prozent: 0-14 Jahre: 12,8 | 15-24 Jahre: 9,6 | 25-54 Jahre: 37,5 | 55-64 Jahre: 12,2 | 65 Jahre und darüber: 27,9*
  • Hochschulabsolventen 2015: 984.499 (Abschlüsse insgesamt)
  • Argarische Rohstoffe: Fisch, Geflügel, Schweinefleisch, Rindfleisch, Milchprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte, Yams, Taro, Obst, Reis, Weizen, Gerste, Zuckerrohr, Tee, Blumen

© Wirtschaftsdaten kompakt der GTAI 
* Schätzung bzw. Prognose

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Wirtschaftslage

Kein international tätiges Unternehmen sollte die dynamische Wirtschaftsregion Asien vernachlässigen. Japan gilt als „Key Country” und stellt mit einer Bevölkerung von 127 Millionen Menschen eine der führenden Wirtschaftsnationen mit einer sehr hohen Kaufkraft dar. Auch technologisch liegt das Land vorne: Japanische Unternehmen gehören zu den Vorreitern bei wichtigsten Zukunftstechnologien, wie Solarzellen, Karbonfasern, Batterien für Elektrofahrzeuge oder Robotik. 

  • Bruttoinlandsprodukt (BIP, nominal) in Milliarden Yen: 2017: 546 | 2018: 556* | 2019: 567*
  • BIP pro Kopf (nominal) in Millionen Yen: 2017: 4,3 | 2018: 4,4* | 2019: 4,5*
  • BIP-Entstehung (Prozent) 2016: Bergbau/Industrie 22,5 | Handel/Gaststätten/Hotels 16,9 | Transport/Logistik/Kommunikation 10,3 | Bau 5,5 | Land-/Forst-/Fischwirtschaft 1,1 | Sonstige 43,8
  • BIP-Verwendung (Prozent) 2016: Privatverbrauch 55,9 | Bruttoanlageinvestitionen 23,1 | Staatsverbrauch 19,8 | Außenbeitrag 1,0 | Bestandsveränderungen 0,2
  • Wirtschaftswachstum als Veränderung des Bruttoinlandsprodukts in Prozent (real): 2015: 1,4 | 2016: 0,9 | 2017: 1,7 | 2018: 1,2* | 2019: 0,9*
  • Inflationsrate in Prozent: 2017: 0,5 | 2018: 1,1* | 2019: 1,1*
  • Arbeitslosenquote in Prozent: 2017: 2,9 | 2018: 2,9* | 2019: 2,9*

© Wirtschaftsdaten kompakt der GTAI
* Schätzung bzw. Prognose

Außenhandel

  • Außenhandel (Milliarden US-Dollar, mögliche Abweichungen durch Rundungen):
2015%2016%2017%
Einfuhr625,6-23,0606,9-3,0 671,510,6
Ausfuhr624,9-9,5644,9 3,2698,18,2
Saldo-0,738,026,6
  • Außenhandelsquote (Ex- und Importe/BIP in Prozent): 2015: 28,5 | 2016: 25,3 | 2017: 28,1
  • Exportquote (Exporte/BIP in Prozent): 2015: 14,2 | 2016: 13,0 | 2017: 14,3
  • Einfuhrgüter nach SITC von 2017 (Prozent der Gesamteinfuhr): Elektronik 12,9 | Erdöl 9,5 | Nahrungsmittel 8,2 | Maschinen 6,6 | Rohstoffe 6,1 | Gas 6,0 | Kohle 3,5 | Arzneimittel 3,5 | Sonstige 43,7
  • Ausfuhrgüter nach SITC von 2017 (Prozent der Gesamtausfuhr): Kfz und -Teile 21,0 | Maschinen 18,2 | Elektronik 9,4 | Elektrotechnik 8,1 | Mess-/Regeltechnik 4,7 | Sonstige 38,6
  • Hauptlieferländer 2017 (Anteil in Prozent): China, VR (24,5), USA (11,0), Australien (5,8), Südkorea (4,2), Saudi-Arabien (4,1), Taiwan (3,8), Deutschland (3,5)
  • Hauptabnehmerländer 2017 (Anteil in Prozent): USA (19,3), China, VR (19,0), Südkorea (7,6), Taiwan (5,8), Hongkong, SVR (5,1), Thailand (4,2), Singapur (3,2)

© Wirtschaftsdaten kompakt der GTAI
* Schätzung bzw. Prognose

Mit dem Economic Partnership Agreement (EPA) zwischen der EU und Japan entsteht der größte Wirtschaftftsraum der Welt. Hier finden Sie die wichtigsten Fakten zum kommenden Wirtschaftspartnerschaftsabkommen:

EU-Japan Economic Partnership Agreement

© Wikimedia/Junpei Abe (CC BY 3.0)

Politisches System

Japan ist eine parlamentarische Demokratie. Der Kaiser (tenno) steht symbolisch an der Spitze, hat allerdings keine tatsächliche Regierungsmacht. Diese ist zwischen dem Nationaltag (kokkai), dem Kabinett (naikaku) und der Justiz, angeführt von dem Obergerichtshof (saiko-saibansho) aufgeteilt. Das Kabinett ist Japans Exekutive, an dessen Spitze der japanische Premierminister steht, der Japans innenpolitische und diplomatische Richtung bestimmt. Er ist auch für die Besetzung des Kabinetts verantwortlich. Der Premierminister wird nicht direkt vom Volk, sondern vom Nationaltag gewählt. Der Nationaltag, Japans Legislative, ist für die Erlassung neuer Gesetze verantwortlich. Er besteht aus einer Oberkammer mit 242 Abgeordneten und einer Unterkammer mit 465 Abgeordneten. Die Mehrzahl der Abgeordneten gehört der Liberaldemokratischen Partei (LDP) an. Es gibt außer der LDP mehrere Dutzend anderer Parteien in Japan. Keine von ihnen verfügt allerdings über genug Sitze, um Japans politische Landschaft so maßgebend wie die LDP zu beeinflussen.

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Gesellschaft

Die japanische Gesellschaft ist geprägt von verschiedenen sozialen Phänomenen. Wie auch in anderen Industrieländern der Welt ist das Altern der Gesellschaft (koreika) seit den 1970er Jahren ein Dauerthema in der öffentlichen Diskussion, auch wegen der Frage nach der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme. Japan hat eine der niedrigsten Fruchtbarkeitsraten der Welt. Gleichzeitig steigt die Zahl der Senioren rapide: Über ein Viertel der Bevölkerung ist über 65 Jahre alt (Stand: 2017). Mittlerweile sterben mehr Menschen als geboren werden, die Bevölkerung schrumpft so schnell wie in keiner anderen Industrienation. Die Einwohnerzahl Japans könnte in den nächsten Jahrzehnten von 127 Millionen auf unter 100 Millionen fallen.

Der Ausländeranteil in Japan liegt mit rund zwei Prozent im Vergleich zu anderen Industrienationen sehr niedrig, ist jedoch in den letzten 30 bis 40 Jahren spürbar gestiegen. Unter den nicht-asiatischen Ausländern stellen US-Amerikaner mit mehreren Zehntausend die größte Gruppe dar. Die Zahl der in Japan lebenden Deutschen liegt bei einigen Tausend.

© Cabinet Public Relations Office, Cabinet Secretariat

Naturkatastrophen

Unter Japan treffen vier tektonische Platten zusammen, davon drei der sieben größten: die Nordamerikanische Platte im Norden, die Eurasische Platte im Westen, die Philippinische Platte im Süden und die Pazifische Platte im Osten. Verschiebungen dieser Platten führen zu Erdbeben und Tsunamis. Tatsächlich entfällt etwa ein Fünftel der Beben der Welt auf Japan. Außerdem liegt Japan am „Pazifischen Feuerring”, einem Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean von drei Seiten umgibt. Der Großteil der Vulkanausbrüche der Welt findet in dieser Region statt. In Japan gibt es viele schlafende, aber auch zahlreiche aktive Vulkane. Knapp die Hälfte der etwa 110 aktiven Vulkane wird rund um die Uhr überwacht. Steigt die Aktivität eines Vulkans an, werden Anwohner und Besucher vorgewarnt, manchmal sogar vorsorglich evakuiert. Hinweise zu aktuellen Warnungen gibt das Wetteramt.

Das erhöhte Risiko für Naturkatastrophen hat dazu geführt, dass Japan und seine Bewohner immer gut vorbereitet sind. Schulen oder Gemeinden veranstalten regelmäßig Katastrophenschutzübungen, Unternehmen entwickeln ständig neue, innovative Produkte, wie Tsunami-Rettungskapseln, um das Überleben zu ermöglichen.

Die Deutsche Auslandsvertretung in Japan verwaltet die Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland (ELEFAND) zur Krisenvorsorge. Deutsche, die in Japan im Amtsbezirk der Vertretung leben, sollten sich dort kostenlos registrieren. Mehr Informationen dazu befinden sich auf der Webseite der Deutschen Auslandsvertretung in Japan.

Videos

Marktzugang

Marcus Schürmann, Geschäftsführer der AHK Japan, äußert sich in der Reihe „IHK Konkret” der IHK Stuttgart zum japanischen Markt. Das Video entstand für den Japan Desk der IHK Stuttgart.


Unternehmensstandort Japan

Das Erklärvideo der AHK „Japan: schwierig, wichtig, möglich!” zeigt, warum sich Japan als Unternehmensstandort lohnt.